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Die Gießener Radel-Könige mit ihren Urkunden. Rechts OB Grabe-Bolz.

Pedal-Könige gekürt

Gießen (few). Beim Stadtradeln geht es vor allem darum, mit Spaß am Radfahren ein Zeichen für attraktive Radverkehrsanlagen und für den Klimaschutz zu setzen. Die aktivsten Gießener Teams und Radler wurden jetzt im Gießener Rathaus für ihre Leistungen in diesem Jahr ausgezeichnet. Zudem wurde eine Tombola veranstaltet, bei der die Teilnehmer Preise für ihr Zweirad gewinnen konnten.

»Radfahren trägt nicht nur zur Gesundheit bei: Man braucht keinen Parkplatz, es schont die Umwelt und innerhalb der Stadt ist man oft viel schneller unterwegs«. Mit diesen Worten startete Stadtradel-Koordinatorin Katja Bürckstümmer in die Veranstaltung. Für Gießen war 2021 das erfolgreichste Jahr seit dem Beginn vor sieben Jahren. Womöglich hat die Pandemie auch ihren Teil dazu beigetragen: Noch nie sind so viele Gießener Bürger Fahrrad gefahren. Wer zuvor noch mit dem Bus zur Arbeit gefahren ist, tritt jetzt immer öfter in die Pedale. Maskenpflicht und die Angst vor einer möglichen Infektion in Bus und Bahn, scheinen viele Menschen davon abzuschrecken, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Mit 3132 Aktiven und 609 782 Fahrrad-Kilometern stellten die Gießener in diesem Jahr gleich zwei Rekorde auf. Am erfolgreichsten war die Universitätsstadt Gießen wieder bei der Kategorie »Fahrradaktivste Kommune mit den meisten km«: In Hessen auf Platz 2, national aktuell auf Platz 38. Ausgezeichnet wurden in der Kategorie »Radel-König« Hans-Heinrich Pardey vom Team »ADFC Gießen und Freunde« mit 3071 km, Julia Schallau vom Team »Radsportnachrichten.com All-Stars-Team« mit 2465 km und Mario Dauber vom Team »JLU FB 08 Chemie« mit 2051 km. Die Radler erhielten eine Urkunde von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. Auch die Mitarbeiter der Gießener Allgemeinen Zeitung sind vermehrt auf das Rad umgestiegen und befinden sich mit 5681 gefahrenen Kilometer auf Platz 24. »Die Kampagne soll dazu anregen, das eigene Mobilitätsverhalten zu überdenken und im Alltag öfter auf das Rad umzusteigen, aber Stadtradeln ist auch ein Wettbewerb, sagte Grabe-Bolz.

Liebigschule auf Platz eins

In den letzten Jahren wurden in Gießen einige Verbesserungen für Radler umgesetzt, unter anderem die ersten Fahrradstraßen, der Radfahrstreifen in der Grünberger Straße stadteinwärts mit Querungsmöglichkeit am Berliner Platz, oder der Schutzstreifen in der Ludwigstraße bergauf. Doch nicht alles läuft rund: Durch die Kampagne haben sich weitere Stellen aufgetan, an denen nachgebessert werden muss, wie ein Stadtradel-Star berichtet, der vier Wochen komplett auf das Auto verzichtet hatte »Im Schiffenberger Tal gibt es einen Fahrradweg, der hört einfach auf. Wenn man dann weiterfahren will, kann es bei dem Verkehrsaufkommen schnell brenzlig werden.« Auch auf den oft nicht eingehaltenen Mindestabstand von 1,5 Metern von Auto zu Fahrrad machten einige Radfahrer aufmerksam. OB-Kandidat Alexander Wright (Bündnis 90/Die Grünen) machte zudem deutlich, wie schwer es ist, auf das Auto verzichten, wenn man erstmal daran gewöhnt ist: »Zu Hause bin ich für das Tragen der Wasserkisten zuständig. Als meine Frau mit dem Auto vom Einkaufen zurückkam und das Auto 300 Meter entfernt vom Haus stand, wollte ich aus Gewohnheit das Auto vorfahren. Doch dann habe ich die Kiste Wasser zu Fuß getragen«, schmunzelte er.

Statt wie bisher zwei, durften Kommunen dieses Jahr bis zu fünf Stadtradel-Stars ins Rennen schicken, die vier Wochen komplett auf Autofahren verzichteten. In Gießen waren dies Nicole Wittig (1505 km), Iris Hartings (260 km), Alexander Wright (414 km), Darwin Walter (182 km) und Johannes Pfeffer (169 km).

Auch die Schulen in Gießen sind in diesem Jahr besonders erfolgreich gewesen. Sieger ist die Liebigschule. Die erfolgreichsten drei Teams sind die Klassen 5 mit 4398 km, die 8e mit 4639 km und die Klasse 6a mit 4878 km. Hessenweit liegt die Liebigschule auf Platz 1, das Landgraf-Ludwigs Gymnasium auf Platz 5 und die Gesamtschule-Gießen-Ost auf Platz 13.

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