PCB-Biomonitoring an Uni Aachen

Gießen (pd). Dass das Anmeldeverfahren für das Biomonitoring vorbereitet wird, hatte Stadträtin Astrid Eibelshäuser Ende August im parlamentarischen Schul- und Kulturausschuss angekündigt. Mittlerweile gibt es für die von der PCB-Belastung an der Herderschule Betroffenen konkrete Planungen.

So berichten Schulleitung, Schülervertretung und Elternbeirat des Gymnasiums in einer Mitteilung, dass das PCB-Biomonitoring (Messung und Auswertung) an der Universität Aachen vorgenommen wird. Darauf habe man sich in einem Gespräch geeinigt, an dem Schuldezernentin Eibelshäuser, Hochbauamtsleiter Hartmut Klee, Prof. Thomas Eikmann (Institut für Hygiene und Umweltmedizin am Uniklinikum) sowie Schulleitung (Dieter Gath und Stefan Tross) und Elternbeirat der Herderschule vertreten waren. In dem Gespräch, das in einer "konstruktiven und sachlichen" Atmosphäre verlaufen sei, habe die Schuldezernentin folgende Zusagen gemacht: Beim Biomonitoring werde die sachgemäße Blutentnahme und Weiterleitung nach Aachen vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Uni Gießen übernommen. Jeder Betroffene erhalte seine individuellen Werte mit Bewertung vertraulich aus Aachen. Bei vorhandener PCB-Belastung sei eine ärztliche umweltmedizinische Beratung individuell sinnvoll und angeraten. Zeitnah werde ein Schreiben an Eltern und Schüler verteilt, in dem um die Bereitschaft und Zustimmung zur Untersuchung gebeten wird.

Separat ausgewiesen wird auch eine mögliche freiwillige Zustimmung zur anonymisierten Auswertung der Daten. Der Schulelternbeirat: Je mehr Teilnehmer die gemeinsame Datenerfassung der gemessenen Werte erlauben, desto aussagekräftiger wird die Untersuchung und desto eher lassen sich Zusammenhänge zwischen eventuell erhöhten Werten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen herstellen. Das humane Biomonitoring auf PCB werde für Schüler und ehemalige Schüler von der Stadt Gießen finanziert.

In den kommenden Tagen wird es zudem zwei Veranstaltungen geben, bei denen alle noch offenen sachlichen Fragen bezüglich der Blutentnahme, Messung, Auswertung und ihrer Abläufe mit Vertretern der Stadt, der Universität Gießen und der Schule gestellt werden können: Am Montag, dem 16. September um 18 Uhr im Hörsaal des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin, Friedrichstraße 16, für alle Interessierten (Eltern, Lehrer/innen, Schüler/innen). Eine weitere Veranstaltung, die sich an Oberstufenschüler/innen richtet, ist für Dienstag, 17. September, von 9.35 bis 10.20 Uhr im Hörsaal gegenüber dem Audimax im Philosophikum II vorgesehen.

Gesundheitliche Folgen unklar

Die Vertreter der Schulgemeinde gehen in ihrer Erklärung noch einmal auf die Veranstaltung in der Kongresshalle am 21. Augustein. Diese habe Verunsicherung hinterlassen, viele Fragen seien offen geblieben. Auf Anregung des Schulelternbeirats hätten sich daraufhin drei Arbeitsgruppen gebildet. In der AG "Gesundheit" habe man nach umfassender Recherche den aktuellen Wissensstand zur Erfassung inhalativer PCB-Belastung und möglichen gesundheitlichen Folgen erarbeitet. Daraus geht hervor, dass flüchtige polychlorierte Biphenyle (PCB) eine Halbwertzeit von 1,3 bis 4,5 Jahren haben. Sie können mit speziellen Methoden einzeln im Blut nachgewiesen werden. Mögliche gesundheitliche Folgen seien bis heute unklar oder nicht eindeutig beschrieben.

Diese Messungen hätten zudem einen Wert für die gesamte Schulgemeinschaft und die Herderschule, da nur die Gesamtbetrachtung der – anonymisierten – Messwerte von möglichst vielen Betroffenen mit unterschiedlichen Expositionszeiten und aus unterschiedlichen Räumen eine Gesamtabschätzung ermögliche. Sollte eine Belastung bei vielen Betroffenen festgestellt werden, könnten Zusammenhänge mit gesundheitlichen Beschwerden erfasst werden, auch wenn diese selten sein sollten.

Ziel der Eltern und Schüler sollte es daher sein, die individuelle Belastung von Schülern, Lehrern und anderen Mitgliedern der Schulgemeinde mit niederchlorierten PCB mittels Biomonitoring zu erfassen und bei erhöhten Werten eine individuelle gesundheitliche Betreuung der Betroffenen zu erreichen, so der Elternbeirat.

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