Der Vorsitzende des August-Hermann-Francke-Vereines, Edgar Schmidt, Bürgermeister Peter Neidel und Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser (v. l. n .r.) beim ersten Spatenstich. FOTO: SCHEPP
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Der Vorsitzende des August-Hermann-Francke-Vereines, Edgar Schmidt, Bürgermeister Peter Neidel und Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser (v. l. n .r.) beim ersten Spatenstich. FOTO: SCHEPP

Pauken statt parken

  • vonSebastian Schmidt
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Gießen(seg). Um kurz nach 10 Uhr erfolgt der erste Spatenstich: An der Kreuzung Talstraße und Klingelbachweg im Schiffenberger Tal baut ab sofort der August-Hermann-Francke-Verein in den nächsten Jahren ein neues Gebäude für die Mittelstufe (Klassen 5 bis 10) der Schule.

"Die momentanen Räume für die Naturwissenschaften sind schon alt und renovierungsbedürftig", sagt die Pressesprecherin der christlichen Privatschule, Sabine Hollnagel. Deswegen sei die Schule froh, dass die Firma Pascoe ihr das Gelände, das vorher als Parkplatz genutzt wurde, verkauft hat. "Das passt einfach gut zusammen. Pascoe will sich Stück für Stück ins Europaviertel bewegen, und wir können uns Stück für Stück vergrößern", erklärt sie. So hatte die Schule bereits das alte Wohnhaus neben dem neuen Baugelände von Pascoe gekauft und dort 2016 eine Kindertagesstätte errichtet.

Grünfläche für das Stadtklima

Der jetzige Neubau soll in zwei Jahren fertiggestellt sein, die Baukosten betragen drei Millionen Euro. Untergebracht werden dort acht neue Fachräume für die Fächer Biologie, Chemie, Physik, Informatik, Kochen und Polytechnik. "Es wird aber auch einen Kunstraum geben", sagt Edgar Schmidt, Vorsitzender des Trägervereins der Schule. "Die alten Naturwissenschaftsräume werden dann nach dem Umzug zu neuen Klassenräumen umfunktioniert", erläutert Hollnagel.

Bei dem neuen Gebäude legen die Bauherren auch besonderen Wert auf die Umwelt. Das Haus ist konsequent auf einen geringen Wärmebedarf ausgerichtet und die Räume werden über eine Fußbodenheizung mit Wärmepumpen beheizt. Außerdem soll Regenwasser für die Benutzung im Gebäude aufgefangen und in Zisternen gespeichert werden. Hollnagel erklärt das Konzept weiter: "Die Dachflächen sind zu zwei Dritteln begrünt und leisten damit einen Beitrag zum Stadtklima."

Bürgermeister Peter Neidel erinnert sich in einem Grußwort an seine eigene Schulzeit zurück. Bei einem Besuch in der August-Hermann-Francke-Schule habe er gesehen, dass die Bildung dort auf einem ganz anderen Niveau stattfinde. Der CDU-Politiker begrüßt die Investition ("Das ist ein guter Tag für Gießen") und bekräftigt, dass er die Schule für eine Bereicherung des Bildungsangebots in der Stadt halte.

Neidel zeigt sich bezüglich der Verkehrssituation erleichtert darüber, dass die neue Zufahrt zum Philosophikum I der Universität nicht - wie zwischenzeitlich diskutiert - über den Klingelbachweg und damit direkt an der Schule vorbei geführt werde. "Das ist ein gutes Signal, damit die Schule vom Verkehr nicht überlastet wird."

Der Bürgermeister wünscht der Schule, dass der Zeit- und Geldplan eingehalten werden kann: "Das ist ja leider nicht immer der Fall."

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