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Ob Elvira Bachs "Hommage à Chardin" (oben) oder Felicitas Breitenbachs "Veterinärmediziner mit Rehkopf" - mit Kreativität haben Alexandra Willeke und Alexander Strimbach diese Gemälde nachgestellt. FOTOS: PM

Pandemie als Thema für die Kunst

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Gießen(gl). Nachdem das Oberhessische Museum über Wochen nur digital zu besuchen war, freuen sich Museumsleiterin Dr. Katharina Weick-Joch und ihr Team darüber, dass seit Dienstag zumindest der Zugang zum Wallenfels’schen und Leib’schen Haus auch wieder im echten Leben möglich ist. "Die neuen Bedingungen sind gut aufgenommen worden und unsere Aufsichtskräfte sind wieder total motiviert", berichtet die Museumsleiterin. Der Andrang habe sich tatsächlich noch in Grenzen gehalten, was wochentags bei schönem Wetter nicht ungewöhnlich ist. Nun wolle man schauen, wie es am kommenden Wochenende ist, "wenn die Menschen sich überlegen, womit sie sich in ihrer Freizeit beschäftigen wollen."

Die beiden Museumshäuser am Kirchenplatz, das Alte Schloss bleibt wegen der anstehenden Renovierung weiter geschlossen, sind wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr mit Mundschutz zugänglich. Damit in den Treppenhäusern und im schmalen Übergang zwischen den beiden Häusern des Museums die Abstandsregel eingehalten werden kann, ist eine Art Einbahnstraße eingerichtet. Das Museum wird nur über das Wallenfels’sche Haus betreten und nur über das Leib’sche Haus verlassen. Auf das Auslegen von Ansichtsexemplaren wird verzichtet. Ausstellungskataloge und -broschüren sowie Postkarten, können aber über eine E-Mail an museum@giessen.de bestellt werden.

Das Thema Corona und seine Folgen soll sich auf lange Sicht auch in der Sammlung widerspiegeln. Das Museum hat daher unter #CollectingCorona Gießener Künstler dazu aufgefordert, einen künstlerischen Beitrag ihrer Wahl einzureichen. "Wir befinden uns in einer besonderen Zeit, die für unsere Gesellschaft eine große Herausforderung darstellt. Aufgabe eines Museums ist es, solche Zeiten zu dokumentieren und für nachfolgende Generationen in der Sammlung nachvollziehbar abzubilden", heißt es in dem Anschreiben an die Künstler. Aus diesem Grund und dem aktuellen Anlass der Corona-Pandemie wolle man die Sammlung des Oberhessischen Museums ganz gezielt um künstlerische Positionen aus Gießen erweitern. "Wir denken, dass eine künstlerische Verarbeitung und in der Folge künstlerische Produkte ein wichtiger Bestandteil dieser gesellschaftlichen Sondersituation sind und die Zeit repräsentieren können. Historische Dokumentation ist die eine Facette, Ansätze mit Abstraktionsgrad, Übertragung oder eben einer Verarbeitung bieten eine andere Facette zum Verständnis", heißt es weiter.

Gemälde nachgestellt

Für Museen der Alltagskultur, und damit auch das Oberhessische Museum, sind persönliche Zeugnisse und Eindrücke wichtig, denn sie geben Einblick, wie Menschen mit Pandemien umgehen. Um dabei nicht mehr ausschließlich auf Zufallsfunde angewiesen zu sein, haben bundesweit mehrere Museen über ihre Social Media Kanäle unter #CollectingCorona Aufrufe gestartet, Fotos, Videos und Eindrücke einzusenden.

Bislang haben die Gießener Künstler Thomas Vinson, Ingke Günther und Jörg Wagner, Sebastian Niepoth und Daniel Horvat ihre Teilnahme zugesagt. In diesem Zusammenhang hat das Museum auch Zeichnungen von Cartoonist Andreas Eickenroth aufgekauft, die sich mit dem Thema Corona auseinandersetzen.

Einen Beitrag zum Museumsleben haben auch einige Menschen geleistet, die beim digitalen Museumstag am vergangenen Wochenende in einer digitalen Challenge vom Museum ausgewählte Gemälde aus der Sammlung mit eigenen Mitteln nachgestellt und auf www.instagram.com/ oberhessisches_museum hoch- geladen haben. Das Siegerbild stammt von Alexander Strombach. Sein Instagram-Username lautet derwandercoach und er hat das Genmälde "Veterinärmediziner mit Rehkopf" von Felicitas Breitenbach nachgestellt.

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