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Vom Bismarckturm aus können Besucher einen 360-Grad-Rundblick genießen. Dank der neuen Bronzetafeln ist jetzt auch ablesbar, was in der Ferne zu sehen ist. (Foto: pv)

Orientierungstafeln auf Bismarckturm zeigen 56 Ziele

Gießen (ta). Der letzte große Schritt vor der Wiederfreigabe des seit 1975 gesperrten Bismarckturms ist getan. Auf der Aussichtsplattform wurden vier trapezförmige Orientierungstafeln angebracht. Darauf werden mit Richtungspfeilen 56 Nah- und Fernziele genannt, die man bei geeignetem Wetter mit bloßem Auge erkennen kann.

Dem Förderverein Bismarckturm war es in den vergangenen fünf Jahren gelungen das baufällige Baudenkmal, dessen Aussichtsplattform abzustürzen drohte, zu retteen und grundlegend zu sanieren. Der Verein plant, den 15 Meter hohen Turm im August, September und Oktober für Besucher zu öffnen, täglich von 14 bis 18 Uhr. Um Vandalismus vorzubeugen, soll Aufsichtspersonal eingesetzt werden.

Eine geographische Orientierung als Service für Turmbesucher war ein lange gehegter Wunsch des Fördervereinsvorsitzenden Dr. Bernhard Höpfner. Der konnte schließlich den Biebertaler Vermessungsingenieur Ernst Döpfer, der in der Nähe des Turm aufgewachsen war, für das Projekt gewinnen. Der Wanderexperte sorgte dafür dass die Trägersteine für die Tafeln präzise eingemessen wurden, damit die Richtungspfeile und Entfernungsangaben genau mit den Gegebenheiten in der Natur übereinstimmen.

Als witterungsbeständiges Material wurde ein spezielle Bronzelegierung ausgewählt. Die zeichnerischen Vorgaben des Fördervereins wurden bei der einschlägig erfahrenen Firma Kunstguss Eschenburg in vier Wachsmodelle übertragen, in die die 1200 Grad heiße Legierung gegossen wurde. Die fertigen Tafeln wurden dann mit Stehbolzen und Kunstharzklebern auf der Aussichtsplattform verankert.

Dieser Service für Turmbesucher hat den Förderverein rund 7500 Euro gekostet. Ein Drittel davon hat die Gießener Filiale der Sparda-Bank Hessen übernommen.

Der Turm war 1906 zum Gedenken an den verstorbenen Reichskanzler Otto von Bismarck errichtet worden, finanziert über Semesterbeiträge von Gießener Studenten. Mehr über die Historie und die Restaurierung verrät ein Infoblatt, das bei der Tourist- Information (Berliner Platz) und in der GAZ-Geschäftsstelle (Kirchenplatz) ausliegt.

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