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Die Liste der Organisten, die gerne auf der Eule-Orgel in der Bonifatiuskirche spielen wollen, ist lang. Foto: Archiv

Die Orgel als "Selbstläufer"

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Die 50 000 Euro-Marke ist geknackt. Weniger als diese Summe fehlt noch, um das gesteckte Ziel von 800 000 Euro zur Eigenfinanzierung der Eule-Orgel in der Bonifatiuskirche zu erreichen. Umso entspannter können die Ehrenamtlichen und Kantor Michael Gilles nun dem fünfjährigen Jubiläum des Instruments im nächsten Jahr entgegensehen.

Wenn jeden ersten Mittwoch im Monat renommierte Organisten die Eule-Orgel in der Bonifatiuskirche spielen, dann kann sich nicht nur das Publikum über hochkarätige Konzerte freuen, sondern auch der Förderverein stolz auf das Erreichte sein. Unter dem Slogan "Perle der Empore" haben die zwölf ehrenamtlich Aktiven des Fördervereins in den vergangenen Jahren annähernd 800 000 Euro zur Finanzierung des rund 930 000 Euro teuren Instruments gesammelt. "Seit diesem Jahr zählen wir rückwärts. Erst kürzlich wurde die 50 000 Euro-Marke geknackt", erzählt Regionalkantor Michael Gilles, der seit 2017 Kantor der Bonifatiuskirche ist. Und mittlerweile sei die Orgel nahezu zum "Selbstläufer" geworden. "Organisten schreiben mich teilweise an, weil sie von unserer Orgel gehört haben." Schon bis ins Jahr 2021 gibt es Anfragen.

Neuer Förderverein gegründet

Der "Ferrari unter den Orgeln" wurde am 12. September 2015 mit einer Orgelweihe der Gemeinde übergeben und hat sich seitdem seinen guten Ruf erobert. Im nächsten Jahr soll daher das fünfjährige Jubiläum groß gefeiert werden. Am 12. September 2020, dem fünften Weihetag, wird wie 2015 Prof. Thomas Lennartz aus Leipzig die "Perle der Empore" zum Klingen bringen. Für seine Improvisationen werden noch Musikwünsche entgegengenommen. Als weitere Sonderkonzerte sind für das nächste Jahr Auftritte des Frankfurter Kammerchors mit Dan Zerfass, dem Organisten des Wormser Doms (14. März), ein Konzert des Gießener Chors Cantamus mit den Vocalisti Lübeck (6. Juni 2020) und der Blechbläsergruppe emBrassment aus Leipzig (26. Dezember 2020) geplant.

Weil abzusehen ist, dass der Förderverein "Perle der Empore" mit der endgültigen Finanzierung der Orgel schon bald seinen Vereinszweck erfüllt hat und sich auflösen wird, die Kirchenmusik an der Bonifatiuskirche aber auch weiter Unterstützung gebrauchen kann, wurde im Oktober der Förderverein "Freunde der Kirchenmusik St. Bonifatius" gegründet. Und der wird am Wochenende 25./26. Januar 2020 mit Auftritten von Chor, Kinderchor, Orchester und Band und Konzerten zeigen, was in Sachen Kirchenmusik an der Bonifatiuskirche alles möglich ist. Erst ab diesem Tag kann man sich auch als Mitglied des neuen Fördervereins aufnehmen lassen.

Wiederhören mit Ralf Stiewe

Auch die Organisten der beliebten Mittwochskonzerte, jeweils an einem ersten Mittwoch des Monats um 19.30 Uhr, stehen schon fest. Am Neujahrtag (1. Januar) werden, bereits um 16.30 Uhr, Michael Gilles und Markus Reich mit Orgel und Schlagwerk das neue Jahr einläuten.

Weitere Interpreten der Mittwochskonzerte sind Jihoon Song und Cheol Woong Lee (Orgel und Posaune) aus Südkorea am 5. Februar, Ralf Stiewe (4. März), Lutz Brenner aus Mainz (1. April) und Zimbel, Müller und Pfeifer aus Leipzig (mit Orgel, Trompete und Pauken) am 6. Mai. Es folgen Klaus Geitner aus München, Ignace Michiels/Irene Carpentiera aus Brücke), Jürgen Sonnentheil aus Cuxhaven, Johannes Geffert/Ulrike Friedrich aus Köln, der in Gießen aufgewachsene Frank Scheffler (jetzt Kantor in Bad Nauheim), Michael Gilles sowie Thomas Novak/Godelieve Schrama (Orgel und Harfe). Auch in der Fastenzeit wird es zwischen 4. März und 1. April jeden Mittwoch Orgelkonzerte geben, neben den bereits genannten spielen dann auch noch Valentin Kunert und Christoph Koerber von der Johanneskirche.

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