Optimismus wegen Masken

  • Kays Al-Khanak
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Gießen(khn). Die Gesamtschule Gießen-Ost (GGO) ist den Umständen entsprechend gut durch die Corona-Zeit vor den Ferien gekommen. Hygiene- und Wegepläne funktionierten, Schüler und Lehrer hielten in der Regel diszipliniert Abstand. "Aber da sind wir nicht unter Volllast gefahren", sagt Schulleiter Dr. Frank Reuber. Denn nur ein Teil der 1500 Schüler wurde vor Ort in der GGO unterrichtet. Das ändert sich am Montag am ersten Schultag nach den Ferien. Reuber: "Es wird spannend."

Hygieneplan 5.0

Mit Spannung, aber mit keinem schlechten Gefühl geht der Schulleiter ins neue Schuljahr. Vor allem der Hygieneplan 5.0, den das Land für die Schulen aufgelegt hat, stimme ihn sicherer, sagt Reuber. Dies liegt auch daran, dass es zu den Alltagsmasken eine klare Aussage gibt: "In Schulen (Schulgebäude und -gelände) ist, mit Ausnahme des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen", heißt es in dem Hygieneplan. Reuber hatte bereits im April die Maskenpflicht befürwortet, wurde dann aber vom Hessischen Kultusministerium und dem Staatlichen Schulamt zurückgepfiffen.

Reuber sagt, auch im Präsenzunterricht könnten Schüler Masken tragen, wenn ein Lehrer mit einer Disposition für einen schweren Krankheitsverlauf das wünsche. In einem solchen Fall soll es mehr, dafür kürzere Pausen oder Unterricht auf der Streuobstwiese auf dem Schulgelände geben. Reuber: "Wir haben interne Regelungen gefunden."

Gerade der Maskenschutz im Unterricht ist ein wichtiges Thema, wenn man bedenkt, dass auch an der GGO die meisten Lehrer aus der sogenannten Risikogruppe vor Ort unterrichten werden. Von 140 Lehrkräften, sagt Reuber, gebe es zehn, die Präsenzunterricht geben würden, obwohl sie zur Risikogruppe gehören. Zwei Lehrer hingegen dürfen dies nicht.

Allen Lehrkräften ist eine Erklärung vorgelegt worden, die sie ausfüllen mussten. Darin versichern sie, dass sie zur Risikogruppe gehören, weil sie selbst der Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs ausgesetzt sind. Dies müssen sie mit einem ärztlichen Attest belegen. Ein zweiter Punkt bezieht sich auf die Frage, ob ein Lehrer in einem Hausstand mit jemandem aus der Risikogruppe lebt. Die Lehrkräfte müssen anschließend erklären, ob sie voll oder nur stundenweise einsetzbar sind sowie für Prüfungen zu Verfügung stehen. "Ich habe hier sehr motivierte Kollegen", sagt Reuber. Er erlebe eine Zerrissenheit bei den Lehrern, die nicht in die Schule kommen können. "Sie fühlen sich mit ihren Schülern verbunden."

Reuber unterstreicht die großen Unterschiede zwischen den Schulformen gerade beim Umgang mit Hygiene- und Abstandsregelungen. Ein Gymnasium sei alleine wegen der Schülerzahl und der Organisation anders zu bewerten als eine Integrierte Gesamtschule wie die GGO. "Deswegen werden wir in den ersten zwei Wochen Klassenunterricht und keine Kurswechsel haben", betont er - um im Fall der Fälle Infektionsketten so kurz wie möglich zu halten.

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