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Der Täter hatte Frauen angeleitet, sich mit selbstgebauten Apparaturen selbst Stromschläge zu verpassen.

Justiz

Opfer aus Gießen: Urteil im aufsehenerregenden Stromschlag-Prozess

Urteil im Münchner Stromschlagprozess: Der Angeklagte, der 88 Frauen dazu gebracht haben soll, sich selbst Stromschlägen auszusetzen, muss elf Jahre ins Gefängnis.

Gießen/München - Urteil im Münchner Stromschlagprozess: Ein 30 Jahre alter Mann ist unter anderem wegen 13-fachen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung - jeweils in mittelbarer Täterschaft - zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt worden. Außerdem soll er in einer Psychiatrie untergebracht werden. Der Mann soll bundesweit mindestens 88 Frauen dazu gebracht, sich selbst Stromschlägen auszusetzen; eine Nebenklägerin kommt aus Gießen.

Gießen/München: Experimente an Frauen - Nebenklägerin aus Gießen

Der Informatiker hatte sich zwischen 2013 und 2018 als Mediziner oder Hochschulmitarbeiter ausgegeben und hohe Geldbeträge für die Teilnahme an seiner angeblichen Forschungsreihe in Aussicht gestellt. Übers Internet machte er Videoaufnahmen von den Experimenten - während er für die Probandinnen nicht zu sehen, sondern nur zu hören war.

Gießen/München: 14 Jahre Haft nach Stromschlägen

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 14 Jahren sowie die Unterbringung in einer Psychiatrie gefordert. Die Verteidigung des Mannes berief sich auf eine psychische Störung des Angeklagten - er leidet unter dem Asperger Syndrom - und plädierte auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen Titelmissbrauchs und der Erstellung von Bildaufnahmen oder hilfsweise die Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung beziehungsweise fahrlässiger versuchter Tötung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

khn

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