Ohne jede Präsenz an der JLU lernen

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Gießen(pm). An der Justus-Liebig-Universität ist ab dem kommenden Jahr erstmals ein rein digitales Studium möglich. In einem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Pilotprojekt wird der neue internationale Studiengang Sustainable Transition entwickelt, für den keine Präsenz in Gießen nötig sein wird.

Die JLU gehört damit zu den 14 deutschen Universitäten, die vom DAAD für die Förderung im Rahmen des Programms IP Digital (Internationale Programme Digital) ausgewählt wurden. Für das Projekt mit einer Laufzeit von 1. November bis 31. Dezember hatte die JLU rund 700 000 Euro beantragt. Der neue digitale Studiengang Sustainable Transition basiert auf dem erfolgreichen internationalen Masterprogramm Transition Management und wird sich der nachhaltigen Gestaltung gesellschaftlicher Transformationsprozesse widmen.

International mehr Sichtbarkeit

Mit dem Angebot möchte die JLU ihre Sichtbarkeit im internationalen Umfeld erhöhen und qualifizierte internationale Studierende gewinnen, denen ein Präsenzstudium in Deutschland nicht möglich ist. Der Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der JLU bietet bereits mehrere erfolgreiche internationale Studiengänge an. "Wir freuen uns sehr über die Bewilligung dieses außergewöhnlichen Projekts und möchten mit dem innovativen und interdisziplinären Zusatzangebot an der Schnittstelle zwischen den Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Bildungsmobilität ohne physische Mobilität ermöglichen", betont Prof. Matthias Frisch, der Studiendekan des Fachbereichs. Die Projektverantwortliche Julia Volz, Leiterin des Akademischen Auslandsamts der JLU, ergänzt: "Wir sind sehr gespannt darauf, wie die in der Corona-Pandemie gesammelten Erfahrungen in der Online-Lehre und in der digitalen Begleitung internationaler Studierender in ein komplettes Studienangebot übertragen werden können."

Start im nächsten Wintersemester

Der neue Studiengang beginnt im Wintersemester 2021/22 und soll jährlich 30 Studierende ins erste Fachsemester aufnehmen. Er hat Modellcharakter für die Entwicklung vollständig digitaler Studienangebote und soll als Blaupause für weitere ähnliche Studienangebote dienen. Die JLU wird sich daher nicht nur dem Ausbau der digitalen Infrastruktur widmen, sondern auch daran arbeiten, die digitalen, internationalen und interkulturellen Kompetenzen bei Studierenden und Lehrenden auszubauen.

Mit dem Programm IP Digital reagiert der DAAD auf den rasanten Wandel, in dem sich die deutsche und internationale Hochschullandschaft befindet. Der Studien- und Wissenschaftsstandort Deutschland könne nur dann international wettbewerbsfähig bleiben, wenn das Angebot international ausgerichteter, hochkarätiger digitaler Studiengänge an deutschen Hochschulen zeitnah und auch für ausländische Studieninteressierte sichtbar erweitert werde. Die digitale Transformation von Studienprogrammen biete einen idealen Ansatzpunkt, um die existierenden Einzelmaßnahmen zu bündeln und in eine strukturierte Form zu überführen.

Weitere Informationen unter www.daad.de/ip-digital.

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