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Objekte bergen Lebensgeschichten

  • vonDagmar Klein
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Dankesgaben an einen Arzt erzählen auch Lebensgeschichten. Eine neue Ausstellung im Kapellengang des Uniklinikums macht dies nun unter dem Titel "LebensFetzen" deutlich. Aktuell empfiehlt sich ein Blick auf die Home- page des Freundeskreises der Kunst am Klinikum.

Die aktuelle Ausstellung im Kapellengang des Uniklinikums ist wieder etwas Besonderes. Keine Kunstausstellung wie gewohnt ist zu sehen, sondern die Objektesammlung eines Klinikarztes, die teils in Vitrinen, teils in Fotografien vorgestellt wird. Die Objekte erhielt Dr. Thomas Discher im Verlauf von gut 20 Jahren von Patienten zum Dank, die Bandbreite reicht von der Aids-Schleife bis zum Ashanti-Thron, von der Schriftrolle bis zur Büste des Aristoteles. Ein Gutteil bewahrt er normalerweise in seinem Büro auf, einiges auch zu Hause.

Begleitung auf schwierigen Wegen

Thomas Discher ist Oberarzt der Infektiologie am UKG und begleitete seine Patienten auf langen, oft schwierigen Wegen durch ihre Krankheiten. Darüber wird er zum Begleiter durch ihr Leben. Notwendige Basis ist das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wird, denn "erst die Kombination von Medikamenten und Therapietreue ermöglicht Heilung", erklärt er. Schon früh war ihm klar geworden, dass die Möglichkeit, als Arzt zu helfen und zu heilen, vom Mittun der Patienten sowie der Kooperation zwischen Arzt und Patient abhängig sind. Der soziale Aspekt hat sich dabei als genauso wichtig erwiesen wie die Medikamentengabe.

Die in der Sammlung vereinten Objekte spiegeln Formen des Dankens in langjährigen Therapien. Sie sind so vielgestaltig wie die Menschen, die aus aller Welt zur Behandlung ins Gießener Klinikum kamen. Jedes Objekt erzählt eine eigene Geschichte, einige wenige werden in der Ausstellung vorgestellt, andere müssen Betrachtende selbst entdecken, sagt Kuratorin Dr. Susanne Ließegang im Gespräch. Für die Ausstellung hat sie die Objekte in Themengruppen zusammengestellt.

Viele Patienten finden Unterstützung in der Religion, daher gehören Symbole wie das christliche Kreuz und ein Buddha dazu. Ein Symbol aus der Natur ist das Erdmännchen, das alles im Blick hat. Symbole der Krankheiten sind die Aids-Schleife und die Malaria-Mücke. Die Behandlung von Süchten ist neben der Behandlung der Infektionserkrankung ausschlaggebend für den Therapieerfolg. Dafür steht die Reihe von ungewöhnlichen Trinkgefäßen.

Dank für die ärztliche Fürsorge

Patienten, ihre Partner und Kinder, sie alle begegnen dem Arzt mit großem Respekt und Hochachtung. So erhielt er von einem afrikanischen Patienten, der ein Stammeshäuptling war, einen mit seinem Namen versehenen Ashanti-Thron zum Dank zugeschickt. Der Dank für die Fürsorge wird auch in einer Mutter-Kind-Darstellung deutlich, dem Afrika-Fan Discher wird mit diversen Figuren gedankt, eine davon trägt seinen Namen. Auch ein Porträtgemälde gehört zur im Kapellengang vereinten Sammlung.

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