Auch dieses auf einem Gießener Dachboden gefundene "Büchner-Porträt" ist Thema in den OHG-Mitteilungen.
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Auch dieses auf einem Gießener Dachboden gefundene "Büchner-Porträt" ist Thema in den OHG-Mitteilungen.

Oberhessischer Geschichtsverein legt neuen Band vor

Büchner und mehr: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins für 2013 erschienen.

Das Büchner-Jahr wurde 2013 in Hessen von verschiedenen Institutionen und Initiativen begangen. Eine der frühen Jubiläumsveranstaltungen war der Vortrag von Prof. Günter Oesterle beim Oberhessischen Geschichtsverein Gießen zu "Georg Büchner und seine Zeit: Gießen und Straßburg". Dieser ist im gerade erschienenen Band 98 (2013) der Mitteilungen des OHG nachzulesen. Natürlich wird darin auch der spektakuläre Fund auf einem Gießener Dachboden vorgestellt: ein Porträt, das Georg Büchner darstellen könnte. Die Mappe mit 155 Zeichnungen des Theatermalers August Hofmann ist an das Universitätsarchiv Gießen als Depositum übergeben worden, dessen Leiterin Dr. Eva-Marie Felschow stellt das Thema vor.

Ein weiterer Vortrag anlässlich eines anderen Jubiläums ist abgedruckt in den Mitteilungen: der von Prof. Hans Werner Hahn (Jena/Wetzlar) zu "150 Jahre soziale Demokratie – Eine Partei und ihre Geschichte", die auch an Lahn und Dill begann, wo die wichtigen Köpfe Wilhelm Liebknecht und August Bebel herkamen. Und noch ein Jubiläum ist mit Vorträgen dokumentiert: der Durchzug der napoleonischen Truppen durchs Gießener Land im Dezember 1813. Hierzu haben Dr. Andreas Emmerich und Thomas Euler geforscht.

Dr. Rolf Haaser, Experte für die Literaturgeschichte der Region Oberhessen, stellt ein Fundstück vor: Die medizinische Topografie Gießens von Julius Wilbrand und Joh. Jakob Sachs aus dem Jahr 1836. Mit Kommentaren und Verweisen ist es zu einer spannenden Edition geworden. Dieter Steil, Experte für die Musikhistorie der heimischen Region, schreibt über ein Konzert der Pianistin Clara Schumann in Gießen im Jahr 1878. Peter Gruhne stellt die Zeit des Rechtshistorikers Prof. Otto Eger in Basel vor. Prof. Sascha Feuchert und Dr. Markus Roth, Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Universität Gießen, beleuchten das Tagebuch von Friedrich Kellner (Laubach) im Kontext des aktuellen Erinnerungsdiskurses. Ein anderes, wieder zu entdeckendes Gedenken, ist das an den aus Gießen stammenden Oberst Gustav Petri, der am Ende des Zweiten Weltkriegs zum "Retter von Wernigerode" wurde. Der dortige Lokalgeschichtsforscher Peter Lehmann hat seine umfassende Petri-Biografie für die MOHG auf die Gießener Bezüge konzentriert.

Archivalische Fundstücke stellt Marei Söhngen-Haffer, Archivarin von Grünberg und Langgöns, vor: die Ersterwähnungen von Langgönser Ortsteilen. Der Archäologe Michael Gottwald gibt einen spannenden Einblick in Geschichte, Ausgrabung und Funde um die Wüstungskirche von Baumkirchen bei Laubach. Zur Geschichte von Namen gibt es zwei Beiträge: Prof. Dr. Hans Ramge zur "Verbreitung hessischer Familiennamen an der mittleren Lahn" und Thomas Euler zu "Hausnamen in Allendorf/Lahn". Vorstandsmitglied Jürgen Dauernheim geht auf einen kuriosen Aspekt hessischer Geschichte ein: "die Grafschaft Hanau-Lichtenberg".

Das sechsköpfige Redaktionsteam des Oberhessischen Geschichtsvereins freut sich über die vielen Beiträge, die wieder ein großes Interessensspektrum abdecken. Dazu kommen Rezensionen, Publikationshinweise und Kurzberichte aus Archiven, Sammlungen und Vereinen (Miszellen), natürlich die Berichte aus dem Vereinsleben und die Presseberichte über die Vortragsreihe des vergangenen Winters. Vorgestellt sind dieses Mal drei Nachrufe: auf den OHG-Ehrenvorsitzenden Prof. Erwin Knauß, das OHG-Ehrenmitglied Prof. Peter Moraw und den Laubacher Heimatforscher Karl-Otto Unruh.

Der Band ist in der Geschäftsstelle im Stadtarchiv erhältlich, für Mitglieder kostenfrei, für Nichtmitglieder kostet er 14,50 Euro. pm

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