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Anhand diverser Grafiken und Bilder veranschaulicht Diana Becker, was die Klimakrise für die Nordsee bedeutet.

»Notbremse für den Klimaschutz«

  • VonChristian Schneebeck
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Gießen (csk). Rochen in der Nordsee und Faultiere am Amazonas teilen ein gemeinsames Schicksal: Beide leiden unter menschengemachter Naturzerstörung. Von Cuxhaven bis nach Manaus reichte entsprechend der Blick der rund 50 Teilnehmer einer Kundgebung am Samstagmittag auf dem Kirchenplatz. Organisiert durch die »Students for Future« demonstrierten sie für stärkeren Klima- und Artenschutz.

Politiker weltweit müssten »sofort die Notbremse ziehen, radikal und ohne weitere Verzögerung«, forderte zum Beispiel Diana Becker in ihrer Rede.

Die Biologin erklärte, was die Klimakrise vor der Haustür bedeutet - genauer gesagt: an der Nordsee. Anhand diverser Grafiken und Bilder betonte sie unter anderem »die Einzigartigkeit des Ökosystems Wattenmeer«, das es so nirgends sonst auf der Welt gebe. Wie lange es noch in der heutigen Form existiere, sei aber ungewiss. Die Pegel stiegen, das Wasser erwärme sich, etliche Arten stünden mehr oder weniger direkt vor dem Aussterben. Zu befürchten sei, »dass das System bald kippt«, sagte Becker.

Eine ganz ähnliche Prognose stellte Gerald Moser (Scientists for Future) für den Amazonas-Regenwald. Weil in Südamerikas grüner Lunge immer mehr Waldflächen in Plantagen verwandelt würden, sei inzwischen das ganze Gebiet von Trockenheit bedroht. Der Kipppunkt stehe unmittelbar bevor.

Was jeder Einzelne tun kann

Die politischen Forderungen der Demonstranten zielten vor allem darauf, das 1,5-Grad-Ziel, das im internationalen Klimaabkommen von Paris steht, strikt einzuhalten. Die aktuellen Pläne der Bundesregierung seien dafür jedoch »absolut nicht ausreichend«, sagte die Studentin Helena Renz (Students for Future): »Unsere jetzige Art zu leben und zu wirtschaften zerstört nicht nur den Planeten, sondern auch die Demokratie.«

Was jeder und jede Einzelne tun kann, schilderte abschließend Julia Czabon von der Bildungsgruppe des Weltladens. Ob weniger Plastikmüll, mehr regionale Produkte oder fair gehandelte Ware: »Unser Konsum ist keine Einbahnstraße«, sagte sie. Verbraucherverhalten wirke stets auf Unternehmen und deren Politik zurück.

Die Kundgebung markierte das Ende der fünftägigen »Public Climate School«, einer bundesweiten Aktionswoche, mit der »Students for Future«-Gruppen für Klimaschutz und Klimabildung demonstrierten. Workshops, Schulveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Poetry Slams und andere Formate standen dabei unter dem Motto »Klimabildung für alle!«

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