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Noch ein Jahr bis zur Landesgartenschau

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Gießen (mö). In einem Jahr, am Samstag dem 26. April 2014, startet mit der 5. Hessischen Landesgartenschau die seit Jahrzehnten größte Veranstaltung in Gießen. Zwischen April und Oktober werden nach Erwartung der Stadt 700 000 Besucher das Ausstellungsgelände in der Wieseckaue besuchen.

365 Tage vor der Eröffnung strahlt Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich im Gespräch mit der GAZ Optimismus aus, dass alles rechtzeitig fertig und die Gartenschau ein Erfolg wird. Dass Gießen durch die Großveranstaltung infrastrukturell einen Schub erhält, steht für die Grünen-Politikerin schon jetzt fest: »Projekte wie die Nordstadtbrücke, den Durchstich zur Lahn, die neue Ringallee und den Bahnhofsvorplatz hätten wir ohne die Landesgartenschau nicht realisieren können.«

Wie Weigel-Greilich sagte, hinke man im Zeitplan nach wie vor »ein bisschen« hinterher, was mit den Turbulenzen vor gut einem Jahr zusammenhänge, als die Arbeiten wegen des Bürgerbegehrens nicht wie geplant hätten beginnen können. Mittlerweile ist dieses Thema von der Frage abgelöst worden, »wie hart der nächste Winter wird«. Frostige Temperaturen bis in den April hinein könnten vor allem, was die Bepflanzung des Schaugeländes in der Wieseckaue betrifft, Probleme bereiten. Die Fachleute wüssten aber, wie man mit so einer Situation umgeht, sagte die Bürgermeisterin.

Keine Sorgen machen ihr nach eigenem Bekunden die anhaltende Kritik oder Umfragen, wonach sich die Zustimmung zur Gartenschau bislang in Grenzen hält. Weigel-Greilich: »Da habe ich den Vorteil, dass ich in den letzten Jahren ganz viele Gartenschauen besucht und die dortigen Diskussionsprozesse verfolgt habe. Ich kann Ihnen versichern: Das ist überall dasselbe.« Erst gebe es viel Kritik, später dann aber ebenso viel Zustimmung. Was Gießen betrifft, erwartet Weigel-Greilich für den kommenden Winter, wenn nach wie vor Baustellen das Bild prägen werden und die Wieseckaue zudem komplett eingezäunt sein wird, »noch einmal einen Tiefpunkt in der Stimmung«. Mit Beginn des kommenden Frühjahrs werde es dann aber zu einem Stimmungsumschwung kommen. »Auch das ist eine Erfahrung aus anderen Gartenschauen«, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende der Gartenschau-Gesellschaft.

Durchstich kann »noch klappen«

Was die einzelnen Projekten betrifft, gebe es momentan nur noch ein Fragezeichen, und das betreffe das Projekt Palmencafé. Ob auf der noch nicht errichteten Plattform am Neuen Teich nur eine Gastronomie während der sechs Monate Gartenschau angeboten wird oder sich dort über 2014 hinaus ein Café etabliert, müsse sich in den nächsten Wochen entscheiden. Was den Durchstich von der Dammstraße zur Lahn betrifft, gebe es zwar noch kein Baurecht, aber das Planfeststellungsverfahren für die nunmehr schmalere Gleisunterführung werde jetzt in Gang gesetzt. Bis zum kommenden April könne es mit der Umsetzung »noch klappen«. Falls nicht, gelte für den Durchstich das gleiche wie für den Kirchenplatz, der erst nach 2014 umgebaut werden soll: Diese Projekte würden zwar nicht bis zur Gartenschau, aber wegen der Gartenschau realisiert, betonte Weigel-Greilich.

Dass die Lahnufer – anders als in der Bewerbungsstudie der Stadt – eine untergeordnete Rolle bei der Gartenschau spielen werden, ist laut Weigel-Greilich einer realistischen Planung geschuldet. Die Bewerbung Gießens mit zwei Kernzonen an beiden Lahnufern und in der Wieseckaue habe eher Bundes- als Landesgartenschau-Dimensionen gehabt. »Die Wege wären vielen zu weit geworden«, weiß Weigel-Greilich aus der Erfahrung anderer Schauen. Immerhin habe der erste Ansatz zu einer langfristigen Rahmenplanung für die Lahnuferbereiche geführt, an der sich die Stadtplanung noch viele Jahre orientieren könne.

»Es geht nicht um mich«

Dass ihr Image als Grüne durch die mit der Gartenschau einhergehenden Landschaftsveränderungen und insbesondere die Baumfällungen womöglich dauerhaft beschädigt ist, stört Weigel-Greilich mit Blick auf die zeitliche Begrenztheit eines politischen Amtes nicht: »Es geht nicht um mich.« Außerdem ist sie überzeugt, dass »auf Dauer anerkannt werden wird, dass das alles grüne Projekt sind, die wir jetzt hier umsetzen.

« Der Durchstich, die Nordstadtbrücke, der Bahnhofsvorplatz und der Fußgängerüberweg an der Ostanlage brächten doch vor allem für Fußgänger und Radfahrer Verbesserungen. Und außerdem, fügt Weigel-Greilich hinzu, »sind das alles Dinge, die schon vor Jahrzehnten geplant worden waren. Die Nordstadtbrücke bereits vor 100 Jahren. Jetzt kommt das alles – dank der Landesgartenschau.«

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