Alexander Weise mit Maya und deren Spielkumpeln. Foto: cg
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Alexander Weise mit Maya und deren Spielkumpeln. Foto: cg

Nirgends Schatten für Waldi und Co.

  • Christine Steines
    vonChristine Steines
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Maya braucht eine Pause. Die kleine Hündin legt sich für einen Moment unter die Bank. Ihre Kumpel toben noch eine Runde, dann rasen sie zu ihren Menschen. Dort gibt es Wasser. Kein Hundebesitzer kommt derzeit ohne Napf auf die Wiese; es ist wichtig, dass die Vierbeiner zwischen ihren Rennspielen etwas trinken können. Es ist ein bisschen so wie auf dem Kinderspielplatz: alles geben und zwischendurch beim "Bestimmer" stärken und pausieren.

Es ist kein heißer Nachmittag, immer wieder ziehen Wolken über den Stadtpark und den Schwanenteich. Doch wenn die Sonne hervorkommt, sticht sie mit aller Kraft. Maya und Mopsmix Hildi schnaufen; nur Neuankömmling Waldi zeigt noch keine Ermüdungserscheinungen, der einjährige Rüde hat noch jede Menge Power. Ihre Herrchen und Frauchen kommen gerne und oft auf die Hundewiese. "Die Hunde müssen ja fast überall an der Leine gehen, aber hier können sie richtig rennen und miteinander spielen", sagt eine junge Frau. Für die Vierbeiner seien diese Kontakte wunderbar, gerade junge Hunde profitierten davon. Meist vertrügen sich alle gut, zum Glück kämen fast aussschließlich Hundebesitzer, deren Vierbeiner verträglich mit Artgenossen seien. Dass die Stadt Gießen Hundebesitzern dieses Angebot mache, wissen die jungen Leute zu schätzen. "Das gibt es in vielen anderen Städten nicht." Das Gelände ist eingezäunt, es wird gepflegt, es gibt ein paar Bänke und neuerdings eine Art Schleuse am Eingang, damit niemand aus Versehen ausbüxt. "Alles super", sagen sie. Nur eines gibt es nicht: Schatten. "Ein großer Baum auf der Wiese, das wär’s", sind sie sich einig. Dass es auf dem Gelände weit und breit keine schützenden Bäume gibt, liegt am früheren Verwendungszweck: Hier waren bis vor einigen Jahren Tennisplätze.

Um ihren Vierbeinern den leinenlosen Auslauf zu ermöglichen, nehmen die Hundebesitzer einiges in Kauf: Hitze im Sommer, Matsch in regenreichen Wetterperioden. Wenn es einige Tage geschüttet hat, bilden sich auf der Wiese in den Mulden große schlammige Pfützen. Ein Paradies für den gemeinen Canis Lupus familiaris, der eigentlich lieber ein Erdferkel geworden wäre… Waldi, Maya, Hildi und die anderen lassen dann so richtig die Sau raus. Die Hundehalter tragen es mit Fassung, denn wenn der vierbeinige Liebling glücklich ist, dann sind sie es auch. (cg)

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