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11 Vorstrafen mit 22 Jahren: Straftäter nach Spielhallen-Überfällen zu 9,5 Jahren Haft verurteilt

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Von: Barbara Czernek

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Gericht
Ein 22-jähriger Deutscher ist zu 9,5 Jahren Gefängnis verurteilt worden. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

Ein 22-Jähriger ist in Gießen zu einer Haftstrafe von 9,5 Jahren verurteilt worden. Zuvor hatte er seit seinem 16. Lebensjahr elf Vorstrafen kassiert.

Gießen - Neun Jahre und sechs Monate - so lautete am Freitag (14. Oktober) das Urteil gegen einen 22-jährigen Deutschen. Die neunte Strafkammer des Landgerichts Gießen sprach ihn schuldig, in kurzer Folge einen Wohnungseinbruchsdiebstahl in der eigenen WG und drei Raubüberfälle auf Spielhallen in Gießen begangen zu haben. Ursprünglich hatte die Anklage auf vier gefährliche Raubüberfälle gelautet, ein Überfall konnte dem Mann aber nicht eindeutig nachgewiesen werden, sodass dieser Tatvorwurf fallen gelassen wurde. Die anderen Taten hatte der Angeklagte zu Beginn des Prozesses eingeräumt.

Zwischen September 2021 und März 2022 hatte Souleimane A. die Raubüberfälle auf drei verschiedene Spielhallen verübt. Insgesamt erbeutete er bei diesen Raubzügen rund 9500 Euro, von denen er seinen Lebensstil, das Feiern, teure Markenkleidung und einen Kurzurlaub in ein Luxushotel nach Leipzig finanzierte sowie die angehäuften Miet- und Spielschulden beglich.

Gießen: Raubüberfälle auf drei Spielhallen - Mann zu 9,5 Jahren Haft verurteilt

Die Überfälle verübte er immer nach einem ähnlichen Muster. Er ging in die Spielhalle, verschwand kurz in der Toilette, um anschließend die Angestellten mit einem langen Küchenmesser oder - in einem Fall mit einer Schreckschusspistole - zu bedrohen und so an das Geld zu kommen. In einem Fall wendete er Gewalt gegen eine Angestellte an. Unverfroren ging er bei dem Wohnungseinbruchsdiebstahl im September 2021 vor: Kaum, dass er in die WG eingezogen war, brach er in das Zimmer seiner Mitbewohnerin ein und entwendete Handy und rund 2000 Euro.

Seinen letzten Überfall auf eine Spielhalle in der Bahnhofstraße beging A. nur einen Tag, nachdem er vom Amtsgericht Gießen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war. »Das ist dreist und gegen den Rechtsstaat gerichtet«, sagte Dr. Klaus Bergmann in seiner Urteilsbegründung dazu. Positiv wertete das Gericht, dass der Angeklagte seine Taten zugab und sich auch bei den Opfern entschuldigte. Negativ zu Buche schlug hingegen seine lange Liste an Taten. Insgesamt zählte Bergmann elf Vorstrafen auf, viele im Bereich von Diebstahl, Körperverletzung. Nötigung oder Leistungserschleichung.

Gießen: Elf Vorstrafen seit seinem 16. Lebensjahr für 22-jährigen Täter

Seit seinem 16. Lebensjahr stand A. mindestens einmal pro Jahr vor Gericht. Das sei in Anbetracht seines jungen Alters »ziemlich legendär«, meinte Bergmann. Mit Befremden habe das Gericht dem Angeklagten gelauscht, als er sagte, dass man ihn bisher zu gering bestraft habe. Wenn man ihn früher schwerer bestraft hätte, wäre ein besserer Mensch aus ihm geworden, glaubt er. »Das ist blanker Hohn gegenüber der Gerichtsbarkeit. Nun haben sie genügend Zeit, nachzudenken, was aus ihrem Leben werden soll«, sagte Bergmann.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor zehn Jahre und elf Monate gefordert, während Verteidiger Tomasz Kurcab auf acht Jahre und fünf Monate plädiert hatte. Mit diesem Urteil hatte der junge Mann dem äußeren Anschein nach dennoch nicht gerechnet. (bac)

Auch in Gießen macht sich der Personalmangel in der Justiz deutlich bemerkbar. Mit Blick auf die aktuelle Belastung wären sieben weitere Richterstellen am Landgericht Gießen nötig.

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