Ein 250-Tonnen-Kran mit 75 Meter langem Ausleger manövriert die alten Kühlaggregate sicher vom Dach. FOTO: MAC
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Ein 250-Tonnen-Kran mit 75 Meter langem Ausleger manövriert die alten Kühlaggregate sicher vom Dach. FOTO: MAC

Kran im Einsatz

Neueste Klimatechnik in Gießen für Rathaus und Co.

  • Jens Riedel
    vonJens Riedel
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Das war ein Hingucker: Die Stadtwerke Gießen haben in den vergangenen Tagen die Kühlanlage auf dem Dach der Sparkasse ausgetauscht. Dafür gab es einen guten Grund.

Gießen(jri). Schaulustige Passanten konnten in den zurückliegenden Tagen ein besonderes Bau-Spektakel in der Fußgängerzone erleben: Ein riesiger Fahrzeugkran mit einem 75 Meter hoch ausfahrbaren hydraulischen Teleskopausleger manövrierte tonnenschwere Container und Metallteile am Haken durch die Luft - und zwar direkt vor dem Hauptgebäude der Sparkasse Gießen im Neuenweg.

Wer dachte, die Sparkasse lässt dort ihre Tresore austauschen, lag allerdings falsch. Auftraggeber der Aktion in luftiger Höhe waren die Stadtwerke Gießen: Sie betreiben auf dem Dach der Sparkasse eine große Kühlanlage, die ein Kältenetz speist, über das zum Beispiel auch das Rathaus, das Stadttheater, die Sparkasse und andere größere Gebäude in der näheren Umgebung mit Kälte beliefert - also klimatisiert - werden. Da bereits im Frühjahr das Blockheizkraftwerk auf dem Dach der Sparkasse ausgetauscht wurde, ließen die Stadtwerke nun auch die Kühlanlage erneuern und brachten die Technik wieder auf den neuesten Stand.

Dazu wurde zunächst die alte Anlage - darunter zwei je sieben Tonnen schwere Kälteabsorptionsmaschinen sowie mehrere Kühltürme - abmontiert und mit dem mächtigen Teleskoparm des Fahrzeugkrans, der Lasten bis zu 10 Tonnen spielerisch bewegen kann, vom Dach der Sparkasse herunter gehoben. Anschließend wurden kleinere und leistungsfähigere Kühlgeräte neu aufgestellt, die deutlich effizienter arbeiten. Somit wird auch der CO2-Ausstoß des Gesamtsystems reduziert.

"Wir liefern ja nicht nur Strom, Gas und Fernwärme, sondern auch Kälte", erklärte Stadtwerke-Sprecher Matthias Acker. Die aktuelle Jahreszeit sei für die Erneuerungsarbeiten ideal, da wegen der niedrigen Außentemperaturen derzeit kaum Kälte geliefert werden müsse.

Die alte Kühlanlage wurde von einem Metall- und Schrotthändler auf Lkws abtransportiert. Der Neuenweg war für die Arbeiten teilweise gesperrt.

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