Das Cover des neuen Literaturmagazins. FOTO: PM
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Das Cover des neuen Literaturmagazins. FOTO: PM

Neues Magazin für Literatur

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Obwohl sich das laut Georg Büchner "abscheuliche" Gießen durch vielfältige belletristische Stimmen auszeichnet, besaß es seit 2003 kein eigenes Literaturmagazin mehr. Das hat sich nun geändert. "Georg*ette" heißt das neue Literaturmagazin für Gießen und das Lahngebiet, das in diesen Tagen erstmals erscheint.

Ende vergangenen Jahres haben sich Literaturinteressierte und Kulturschaffende aus Gießen getroffen, um eine Lücke zu schließen. Denn das ansonsten doch so literatur- affine Gießen hat seit mehr als 15 Jahren kein eigenes Literaturmagazin mehr. Auch der Wetzlarer und Marburger Autorenszene fehlte eine solche Plattform. Die Gruppe, darunter auch Herausgeber ehemaliger Literaturzeitschriften wie "Syntax Acut", mehrere Autoren und eine Lektorin, hat daher die "Georg*ette" ins Leben gerufen.

Das neue Literaturmagazin soll es den Schreibenden der drei Lahnstädte ermöglichen, eine Art gemeinsame Identität auszuloten, zugleich aber auch dem "regionalen Käfig zu entfliehen". Die Redaktion der Zeitschrift besteht aus der freischaffenden Fotografin Anika Brummer, dem versierten Literaturvermittler Pedro Hafermann, Lektorin Jasmin Höhl, Autor Wolf D. Schreiber und den schon als Organisatoren der Gießener Lesebühne "Die hohle Mittelmäßigkeit" bekannten Maximilian Lipski und Jan Seibert.

Bei der Vorstellung der Erstausgabe (siehe Zusatzkasten) am 29. September im Ulenspiegel unter dem Titel "Soll man das Sommer nennen" werden auch fünf Autoren ihre Texte performen, die in der ersten Magazinausgabe vertreten sind: Markus Henschler, Hess Paul, Marco Rasch, Annika Carmen Schmidt und Wolf D. Schreiber.

Neben den bereits genannten sind an "Georg*ette" #1 außerdem Natalie Harapat, Andreas Hutt, Maximilian Lipski, Florian Michnacs und Daniel Schneider mit ihren Texten beteiligt. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Literatur auf einer weiteren Kick-Off-Lesung zu präsentieren. Über den genauen Termin und Ort dieser zweiten Lesung will die Redaktion zeitnah gesondert informieren.

50 Texte eingesandt

Die Texte in der ersten Ausgabe des neuen mittelhessischen Literaturmagazins wurden vom Redaktionsteam aus 50 Arbeiten herausgesucht, die im Frühjahr nach einem öffentlichen Aufruf eingesandt worden waren. Sie gehören unterschiedlichen Genres und Gattungen an: Gefragt waren Prosa- und Lyriktexte, aber auch Essays oder Dramolette.

Die erste Ausgabe von "Georg*ette" - der Titel spielt mit einem Gender-Augenzwinkern auf Georg Büchner an - umfasst 64 Seiten mit Texten, Illustrationen und Fotos. Das Magazin ist während der Lesung im Ulenspiegel und danach regulär an weiteren ausgewählten Orten in Gießen in gedruckter Form auf Spendenbasis erhältlich und soll in digitaler Form online zugänglich gemacht werden.

Eine zweite Ausgabe von "Georg*ette" wird unter dem Titel "Dahinter endet der Weg im Moor" voraussichtlich im Dezember dieses Jahres erscheinen. Für den Beginn des Jahres 2021 ist zudem ein neuer Open Call für Texte einer dritten Ausgabe geplant.

Die Arbeit an den ersten beiden Ausgaben wird durch das Kulturamt gefördert und durch die ehrenamtliche Tätigkeit einer Reihe von Redaktionsmitgliedern und Helfern überhaupt erst mögklich gemacht.

Weitere Informationen unter:www.georgette-giessen.de.

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