Neue Bar

Neues Konzept im alten Schlachthof

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Neue Location im Alten Schlachthof: Am Mittwoch eröffnet Ricky Evert seinen Laden mit einem außergewöhnlichen Konzept.

Es ist ein ganz neues Gastronomie-Konzept, das Ricky Evert ab 8. November in Gießen etablieren möchte. Statt sieben Tage in der Woche quasi rund um die Uhr zu öffnen, reduziert der erfahrene Gastronom die Öffnungszeiten seiner neuen Location im Alten Schlachthof von Beginn an. "Ich glaube, die Sieben-Tage-Gastronomie hat ausgedient. Ich sehe das, wenn ich montags oder dienstags Lokale und Restaurantsbesuche. An diesen Tagen haben viele Gastronome Schwierigkeiten", sagt Evert.

Folgerichtig öffnet er sein Lokal montags und dienstags gar nicht, mittwochs und donnerstags erst abends. Freitags beginnt der Betrieb um 14 Uhr. Samstags und sonntags bietet Evert vormittags Frühstück und nachmittags Kuchen an. Zu allen anderen Zeiten – auch samstagabends – können Interessierte die Räume für Veranstaltungen und Feierlichkeiten mieten. "Das Ausgehverhalten verändert sich. Ich bin der Meinung, mit dieser Mischung aus 40 Prozent Vermietung und 60 Prozent Gastronomie den richtigen Weg einzuschlagen." Die Nachfrage gibt ihm Recht. Schon jetzt hat er für das Lokal mit dem nicht ganz ernstgemeinten Namen "Who killed the pig" einige Anfragen von Hochzeits- oder Geburtstagsgesellschaften. Auch Unternehmen haben schon angefragt, ob sie seine Räume tagsüber für Kongresse, Seminare oder Workshops anmieten können.

Die Location an sich – ein ehemaliger Maschinenraum des Schlachthofs – ist ein Alleinstellungsmerkmal. Altes Gemäuer, hohe Decken, in den Originalzustand versetzte Fenster. Stein, Stahl und Beton. Das DJ-Pult – oder auch Arbeitsplatz des Cocktailmixers – ist ein altes Silo. Von den Decken baumeln Fässer als Lampenschirme, die nötige Wärme bringen Grünpflanzen als Wandinstallation. Der Clou ist die Theke als zentrales Gestaltungselement. An ihr haben 30 Personen Platz. "Das war mir wichtig, denn ich möchte, dass die Gäste untereinander ins Gespräch kommen. Wo geht das besser als an der Theke?", sagt Evert. Aus diesem Grund setzt er beim Frühstück auch auf eine lange Tafel, auf der Butter, Marmelade und weitere Speisen stehen werden. "Kannst du mir mal die Butter reichen" wird als Türöffner für eine nette Konversation dienen.

Sardinen aus der Dose

Das Konzept sieht außerdem vor, dass das "WKTP" nicht in eine Schublade passt. Bar? Ja. Lounge? Vielleicht. Café? Irgendwie auch. "Wir wollen flexibel sein. So ein Lokal ist nie komplett fertig", sagt Evert. Daher werden die Biersorten genau wie die Cocktailkarte ständig wechseln. Zu Beginn gibt es auch trendige Biere von Kleinbrauereien, die man in Gießen sonst nicht kennt. Ein weiterer Clou auf der "abendbrotlastigen" Speisekarte: Sardinen aus der Dose. In manchen Großstädten werden die Konserven regelrecht gehypt. In Berlin gibt es ein Restaurant, das nichts anderes auf der Karte hat.

Noch ein Wort zum außergewöhnlichen Namen? "Der Name ist zum Schmunzeln. Im Sprachgebrauch wird sich Schlachthof durchsetzen", vermutet Evert.

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