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Ministerpräsident Volker Bouffier und DLRG-Vorsitzender Alexander Sack mauern die Zeitkapsel ein. 

Grundsteinlegung

Neues Gießener DLRG-Heim soll in einem Jahr fertig sein

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Drei Jahre nach dem alptraumartigen Brand des Gießener DLRG-Vereinsheims wird das Licht am Ende des Tunnels immer heller. Zur Grundsteinlegung fürs neue Vereinsdomizil kam sogar der "MP".

Hat noch jemand was für die Zeitkapsel?", fragte DLRG-Vorsitzender Alexander Sack in die große Runde. Keine Antwort. In dem Metallzylinder wird auch kaum noch Platz gewesen sein. Zuletzt hatten DLRG-Sprecher Christian Momberger einen Datenträger mit der Vereinsgeschichte und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz das Seepferdchen-Abzeichen ihrer Tochter in den Behälter gesteckt. Dann griffen Sack und Ministerpräsident Volker Bouffier zu Kelle und Speis, um den Grundstein für das neue Vereinsheim der Gießener DLRG zu legen. "Das ist ein wunderbarer Tag für die DLRG, die Stadt und uns alle", sagte Bouffier, der als junger Mann selbst zum Rettungsschwimmer ausgebildet worden war und seine Kindheit an der Lahn verbrachte.

DLRG-Heim Gießen: 350 000 Euro von Land und Stadt

Ministerpräsident und Oberbürgermeisterin waren am Samstag nicht mit leeren Händen in den Uferweg gekommen. Bouffier übergab einen Bewilligungsbescheid des Landes über 200 000 Euro, Grabe-Bolz einen der Stadt über 150 000 Euro. Zusammen viel Geld, und doch nur gut ein Zehntel der Summe, die die DLRG in den Wiederaufbau steckt. 3,25 Millionen Euro wird das neue Vereinsheim, in das auch wieder der Tanzclub Rot-Weiß einziehen wird, kosten. Neben den öffentlichen Zuschüssen erhält der Kreisverband noch 20000 Euro aus dem Strukturfonds des DLRG-Bundesverbands, erläuterte Kreisvorsitzender Sack am Rande der Grundsteinlegung.

Am Anfang des Uferwegs soll kein 08/15-Gebäude entstehen. Mir der eleganten Architektur, die an einen Passagierdampfer erinnert, wird unterhalb der Sachsenhäuser Brücke auch ein städtebaulicher Akzent gesetzt. "Das wird ein Hingucker", freute sich OB Grabe-Bolz auf eine neue Attraktion an der Lahn.

Bei seiner Begrüßung der vielen prominenten Gäste sagte Sack, dass er mit dem heutigen Tag das letzte Mal über das alptraumartige Großfeuer reden wolle. "Ab jetzt möchte ich nur noch über den Wiederaufbau und die Zukunft sprechen." Wie aufwendig, zäh und zeitraubend dieses Vorhaben werden würde, darüber hätten er und seine Vorstandskollegen vor drei Jahren keine Vorstellung gehabt. Nun hoffe die Gießener DLRG, dass das neue Heim etwa in einem Jahr und damit gut vier Jahre nach dem Brand eingeweiht werden kann. Um das Großprojekt finanziell stemmen zu können, soll es weitere Sponsoring-Aktionen geben.

DLRG-Heim Gießen: Bouffier würdigt Verdienste

Von den zahlreichen prominenten Gästen richteten neben "MP" und OB Regierungspräsident Christoph Ullrich, Landrätin Anita Schneider, Sportkreis-Vorsitzender Heinz Zielinski, Gerd Bath von der Kreditgeberin Volksbank Wißmar, "Deichgraf" Gerhard Riess für den Marineverein und die an der Lahn ansässigen Rudervereine Glückwünsche aus. Für den Mitnutzer TC Rot-Weiß Gießen freute sich Kai Maaß, dass die Partnerschaft der beiden Vereins, die Mitte der 1970er Jahre mit dem Bau des gemeinsamen Vereinsheims an der Lahn begonnen hatte, im neuen Domizil eine Fortsetzung erfährt.

Ministerpräsident Bouffier nutzte die Gelegenheit und würdigte die Verdienste von DLRG-Urgestein Ewald Born, der den Kreisverband fast 40 Jahre geführt hatte und dessen Lebenswerk mit dem Brand im Januar 2017 in gewisser Weise untergegangen ist.

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