Das Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL) steht am Aulweg FOTO: SCHEPP
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Das Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL) steht am Aulweg FOTO: SCHEPP

Millionen-Investition

Neues Domizil für die Lungenforschung in Gießen

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Nach drei Jahren Bauzeit ist das CIGL im Gießener Aulweg in Betrieb genommen worden. Das Zentrum hat bundesweite Bedeutung.

Gießen(pm). Die Lungenforschung der Justus-Liebig-Universität wird am Campusbereich Seltersberg/Medizin immer sichtbarer: Nach drei Jahren Bauzeit ziehen in diesen Tagen acht Professuren und Forschergruppen der Lungen- und Infektionsforschung - zum Teil mit ihrer gesamten Forschungsfläche, zum Teil mit anteiligen Flächen - mit insgesamt über 120 Mitarbeitern bei vollem Betrieb in den neuen Forschungsbau Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL) am Aulweg ein. Das Gebäude wird darüber hinaus die neue Adresse des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), das seinen Sitz in Gießen hat.

Beim CIGL handelt es sich um ein vom Wissenschaftsrat empfohlenes und von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) beschlossenes Forschungsgebäude. Die Baukosten des zweistöckigen sandfarbenen Neubaus in direkter Nachbarschaft des Biomedizinischen Forschungszentrum Seltersberg (BFS) betrugen ca. 20 Millionen Euro, die vom Bund und vom Land Hessen getragen werden. Hinzu kommen Gerätekosten von rund 6,4 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln wurde unter anderem die mit einem Robotersystem ausgestattete zentrale Biobank des Deutschen Zentrums für Lungenforschung und eine hochmoderne Einheit zur Genomsequenzierung errichtet.

Mit Blick auf den Forschungsneubau attestierte Wissenschaftsministerin Angela Dorn dem Standort Gießen eine Entwicklung "zu einem der führenden Gesundheitsstandorte in Deutschland". Finanzminister Michael Boddenberg sprach von hochaktueller Forschung nicht zuletzt mit Blick auf Covid 19. "Beim Spatenstich vor rund drei Jahren hätte sicherlich niemand gedacht, dass wir uns 2020 mit nie dagewesener Dringlichkeit mit einer Lungenkrankheit pandemischen Ausmaßes befassen würden." Nicht zuletzt deswegen seien die rund 15,3 Millionen Euro des Landes für Bau und Ausstattung bestens investiert.

Prof. Werner Seeger, Sprecher des DZL, hob hervor, dass dieses Gebäude jetzt auch sichtbarer Mittelpunkt des auf Lungenerkrankungen ausgerichteten bundesweiten Gesundheitszentrums sei. Prof. Friedrich Grimminger, Leiter des "Universities of Giessen and Marburg Lung Center" (UGMLC), sieht laut einer Mitteilung zudem einen weiteren Beleg dafür, dass die Gießener Lungenforschung nicht nur eine internationale Spitzenposition errungen habe, sondern vor dem Hintergrund der weltweiten Bedeutung von Krankheiten wie COVID-19, Lungenkrebs und chronischem Lungenversagen die wichtigste Phase ihrer Entwicklung noch vor sich habe. Dieses seien auch zentrale Zukunftsthemen des in Gießen und Frankfurt ansässigen Exzellenzclusters Cardio-PuImonary Institute (CPI).

Lungenkrankheiten gehörten auch vor der Pandemie schon zu den weltweit häufigsten Todesursachen - unter den zehn häufigsten weltweit zum Tode führenden Krankheiten betreffen fünf die Lunge. "Wir erforschen in Gießen, was eine gesunde Lunge gegenüber Infektionen widerstandsfähig macht, und welche neuen Therapieansätze genutzt werden können, um diese Widerstandsfähigkeit zu stützen oder wiederherzustellen" erklärte Prof. Susanne Herold, Leiterin der Klinischen Forschergruppe "Virus-induziertes Lungenversagen", die ebenfalls in das neue Gebäude einzieht.

Hochaktuell auch durch Covid 19

Prof. Norbert Weißmann, Sprecher des Sonderforschungsbereiches "Pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale", der ebenfalls in dem neuen Gebäude vertreten sein wird, betont: "Nur durch enge Verzahnung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung, welche an diesem neuen Gebäude exemplarisch deutlich wird, entsteht translationaler Fortschritt, also die Nutzung neuester Forschungserkenntnisse für verbesserte Diagnostik und Therapie von Patienten".

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