EV: Neues Ärztehaus soll Ende des Jahres stehen

Gießen (si). Das Evangelische Krankenhaus hat auf seinem Gelände in der Paul-Zipp-Straße mit dem Bau eines neuen Ärztehaus begonnen. Es soll bis Ende des Jahres fertiggestellt werden und dann bis zu 15 Praxen sowie ein ambulantes Operationszentrum aufnehmen.

Gießen (si). Das Evangelische Krankenhaus hat auf seinem Gelände in der Paul-Zipp-Straße mit dem Bau eines neuen Ärztehaus begonnen. Es soll bis Ende des Jahres fertiggestellt werden und dann bis zu 15 Praxen sowie ein ambulantes Operationszentrum aufnehmen. Ziel ist eine engere Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung. Profitieren würden neben dem »EV« vor allem die Patienten, sagten gestern Jörg Marx und Prof. Karl-Heinz Muhrer, Geschäftsführer der »Evangelisches Krankenhaus Mittelhessen gemeinnützige GmbH« - so die offizielle Bezeichnung der Klinik, die seit Anfang 2008 die gemeinnützige Agaplesion AG als Hauptgesellschafter hat.

Geplant sind Praxen im Bereich Gastroenterologie (Magen-/Darmerkrankungen), Kardiologie (Herz), Chirurgie, Urologie und Nuklearmedizin - Schwerpunkte, die im »EV« schon jetzt vertreten sind: über Hauptabteilungen, Belegabteilungen oder angegliederte Praxen. Im neuen Ärztehaus sind für sie rund 2500 Quadratmeter reserviert - das etwa 350 Quadratmeter große ambulante OP-Zentrum eingeschlossen, das gemeinsam genutzt werden soll. Derzeit würden jährlich bis zu 1800 ambulante Operationen im Evangelischen Krankenhaus durchgeführt. Sie sollten künftig komplett in das neue OP-Zentrum verlagert werden, sagte Chirurgie-Chefarzt Muhrer.

Damit könnten die Operationssäle im EV für schwerere Fälle freigehalten werden. Zusätzlich hätten die Patienten den Vorteil kurzer Wege. Und für die im Zentrum niedergelassenen Ärzte sei es attraktiv, mit einem in direkter Nachbarschaft gelegenen Krankenhaus zusammenarbeiten zu können.

Für das Ärztehaus gebe es zahlreiche Interessenten, sagte Geschäftsführer Marx. Er gehe fest davon aus, dass es zur Eröffnung Anfang des kommendes Jahres »zu hundert Prozent« vermietet sein werde. Das Investitionsvolumen des dreigeschossigen Gebäudes bezifferte der Geschäftsführer auf 6,5 Millionen Euro.

Als weitere größere Baumaßnahme kündigte Marx noch für dieses Jahr ein neues Parkdeck an. Etwa 100 zusätzliche Plätze seien geplant, dafür würden bestehende Parkflächen überbaut - ähnlich wie an der Ringallee, wo die Fachhochschule am Freibad Parkpaletten errichtet hat.

Für das vergangene Jahr zogen Marx und Muhrer - wie auch Pflegedienstleiter Karl-Heinz Heller - zufrieden Bilanz. Zwar erreicht das Haus noch nicht ganz die Patientenzahlen von vor 2007, als es noch eine gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung gab. Den Wegfall dieser 17 Betten (und der fünf stationären HNO-Plätze) hat das EV dennoch gut verkraftet. 2008 seien stationär 8273 Patienten behandelt worden, 7,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor, sagte Marx. Die durchschnittliche Verweildauer sank geringfügig auf 6,3 Tage. Bei einem Umsatz von rund 23 Millionen Euro sei ein leicht positives Ergebnis (»schwarze Null«) erzielt worden.

Im noch jungen Jahr 2009 sind die Patientenzahlen nach Angaben von Marx weiter gestiegen, und zwar (hochgerechnet) um knapp 13 Prozent. Dazu habe unter anderem die zum 1. Januar eingerichtete Abteilung Innere Medizin-Kardiologie-Angiologie beigetragen - Chefarzt ist Dr. Wolfgang Waas -, die mit einem rund 1,7 Millionen Euro teuren Herzkatheterlabor ausgestattet wurde. Es werde stark nachgefragt, davon profitierten auch andere Einrichtungen im Haus. Schon in wenigen Wochen werde es »rund um die Uhr« für die Notfallversorgung zur Verfügung stehen, kündigte Marx an.

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