oli_jugendherberge1_1404_4c
+
Übernachten an einem geschichtsträchtigen Ort: Im Gebäude IV der ehemaligen Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung soll ab 2024 der neue Standort der Gießener Jugendherberge errichtet werden.

Am Meisenbornweg

„Win-Win-Situation“: Neuer Standort für Gießener Jugendherberge gefunden

  • Marc Schäfer
    VonMarc Schäfer
    schließen

Ende 2020 wurde die Gießener Jugendherberge auf der Hardt endgültig vom Netz genommen. Schon knapp vier Monate später ist ein neuer Standort gefunden. Bis zur Eröffnung ist nun allerdings Geduld gefragt.

Gießen – Die Stadt Gießen bekommt wieder eine Jugendherberge. Das bestätigte die zuständige Dezernentin Gerda Weigel-Greilich (B90/Die Grünen) am Montagabend auf Anfrage dieser Zeitung. Neuer Standort der Herberge wird das Gebäude IV auf dem Gelände der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen am Meisenbornweg. Die Jugendherberge wird in das Konzept des dort geplanten Lern- und Gedenkorts integriert werden. »Das ist eine Win-Win-Situation«, sagt Weigel-Greilich. Die Stadträtin macht keinen Hehl aus ihrer Zufriedenheit, damit einen adäquaten Standort für eine Einrichtung dieser Art gefunden zu haben. Neben der direkten Verbindung zum Gedenkort, der im Jahr 2023 eröffnet werden soll, sei auch die Nähe zum Bahnhof, zur Lahn sowie zu Mathematikum und Liebig-Museum für Schulklassen geradezu »ideal«.

Neue Jugendherberge in Gießen: Baubeginn im Jahr 2024

Bis die Jugendherberge am Meisenbornweg aber ans Netz gehen kann, ist nun allerdings Geduld gefragt. Wie Alexander Hoffmann, Sprecher des Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), mitteilt, werden die Umbaumaßnahmen des Gebäudes, in dem bis zur Schließung des Standorts als Erstaufnahmeeinrichtung im Jahr 2018 zuletzt Flüchtlinge untergebracht waren, »nach derzeitigem Planungsstand frühestens in 2024« beginnen können. »Eine parallele Planung und Ausführung mit den anderen, zeitlich vorausgehenden Baumaßnahmen am Standort ist leider nicht möglich«, sagt Hoffmann und betont damit, dass die Umgestaltung der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung zum Lern- und Gedenkort deutscher und vor allem deutsch-deutscher Geschichte Vorrang haben soll.

Als späterer Betreiber der Jugendherberge soll der DJH-Landesverband Hessen fungieren. Das Land Hessen tritt als Vermieter auf. Ministerpräsident Volker Bouffier habe das Vorhaben auf dem Gelände einer Liegenschaft des Landes Hessen von Anfang an unterstützt, sagt Weigel-Greilich. Daher sei sie auch sehr optimistisch, dass alles klappt. Geplant wird die Einrichtung voraussichtlich mit rund 120 bis 140 Betten. »Die Jugendherberge soll sich auch baulich in den Charakter der historisch bedeutsamen Liegenschaft einfügen und das Angebot der geplanten Gedenkstätte komplettieren«, ergänzt LBIH-Sprecher Hoffmann.

Gießen ist wichtige Stadt für den DJH

Für die alte Jugendherberge auf der Hardt hatte sich schon nach der coronabedingten Schließung im März 2020 abgezeichnet, dass die Pandemie dem Haus den Rest geben würde. Dies wurde Ende des vergangenen Jahres mit der endgültigen Schließung dann Gewissheit. Schon in früheren Jahren war immer wieder über eine Erweiterung oder einen neuen Standort diskutiert worden, da das Ensemble mit der denkmalgeschützten Fachwerkfassade eigentlich zu klein war, um wirtschaftlich betrieben werden zu können. Mittlerweile ist die Immobilie samt Grundstück von der Stadt an das expandierende Agaplesion Evangelische Krankenhaus veräußert worden. Das EV will dort eine Kindertagesstätte für Betriebsangehörige sowie Mitarbeiterwohnraum schaffen. Langfristig sei auf dem Gelände am Richard-Schirrmann-Weg ebenso eine Erweiterung des Hospizes vorstellbar, hieß es vom EV.

Beim Deutschen Jugendherbergswerk Hessen ist man glücklich über die Nachfolgelösung am Meisenbornweg. »Gießen ist für uns ein wichtiger Standort. Eine junge Uni-Stadt muss eine Jugendherberge haben«, sagt Timo Neumann, der Vorstandsvorsitzende des Landesverbands, der glücklich darüber ist, dass die Stadt Ende des Jahres 2020 mit dem Wunsch nach einer Jugendherberge auf dem Areal der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung an den LBIH herangetreten ist. Mit Erfolg.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare