Neue Wohngruppe für geistig behinderte Senioren

Gießen (cg). Einen Wohnbereich für geistig behinderte Senioren mit "erhöhtem Hilfe- und Pflegebedarf" hat der Caritasverband gestern vorgestellt. Mit der Eröffnung von St. Vitus im Pflegeheim St. Anna hat der Träger das erste Angebot dieser Art in Stadt und Kreis geschaffen.

Gießen (cg). Einen Wohnbereich für geistig behinderte Senioren mit "erhöhtem Hilfe- und Pflegebedarf" hat der Caritasverband gestern vorgestellt. Mit der Eröffnung von St. Vitus im Pflegeheim St. Anna hat der Träger das erste Angebot dieser Art in Stadt und Kreis geschaffen. Der Bedarf, hieß es bei der Einweihung, wird in den nächsten Jahren steigen. Eine weitere Einrichtung für diese Zielgruppe errichtet zurzeit die Lebenshilfe. Vier behinderte Menschen sind gestern aus ihrer Caritas-Wohngruppe in der Hofmannstraße nach St. Vitus gezogen, vier weitere Bewohner sind angemeldet, einige Plätze sind noch frei. Zu den Besonderheiten des neuen Angebotes gehört es, dass in St. Anna gleich zwei Generationen eine Betreuung unter einem Dach angeboten wird: Den hochbetagten und selbst hilfsbedürftigen Eltern und ihren geistig behinderten "Kindern".

Caritasdirektorin Eva Hofmann, Bereichsleiter Andreas Stehula und St.-Anna-Leiterin Luzia Bühler freuen sich darüber, dass mit der neuen Wohngruppe nun ein Angebot zur Verfügung steht, mit dem man flexibel auf die Bedürfnisse von geistig behinderten Senioren eingehen kann. Das Konzept sieht pädagogische, therapeutische und pflegerische Betreuung ebenso vor wie eine interne Tagesbetreuung. Die wird bei den jetzigen Bewohnern derzeit nur bedingt benötigt, denn diese sind noch so vital, dass sie tagsüber in einer Lebenshilfe-Werkstatt tätig sind bzw. eine Tagesförderstätte besuchen. Ebenso wie in der Wohngruppe in der Hofmannstraße geht es in "St. Vitus" familiär zu: Es gibt eine gemütliche Wohnküche und ein geräumiges Wohnzimmer, zudem Ein- und Zweibettzimmer. Bei der Umgestaltung der lichtdurchfluteten Räume - übrigens mit herrlicher Panoramasicht auf Gleiberg, Vetzberg und Dünsberg - hat sich das Architekturbüro Pfeiff an den speziellen Bedürfnissen der Bewohner orientiert.

In einer kleinen Feierstunde schauten sich gestern Vertreter aus diversen Altenhilfeeinrichtungen das neue Angebot des Caritasverbandes an. Bisher konnte weder der Nachfrage nach Pflegeplätzen für behinderte Senioren noch der nach einer gemeinsamen Unterbringung für zwei Generationen entsprochen werden. Für das Dilemma der hochbetagten Eltern, die trotz eigener Pflegebedürftigkeit ihre geistig behinderten Kinder - die mittlerweile selbst im Rentenalter sind - versorgen, gab es bisher keine Lösung. Der Landkreis und der Landeswohlfahrtsverband unterstützen daher die Bemühungen der Wohlfahrtsverbände, den Anforderungen gerecht zu werden. Wer sich für die Wohngruppe "St. Vitus" ineressiert, kann sich bei Luzia Bühler (Tel. 9 22 33-0) informieren.

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