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Holz dominiert die Optik des Entwurfs für den Neubau der Werkstatt der Theodor-Litt-Schule.

Neubau

Neue Werkstatt für Theodor-Litt-Schule Gießen: Wettbewerbs-Entwürfe vorgestellt

  • Kays Al-Khanak
    VonKays Al-Khanak
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An der Theodor-Litt-Schule in Gießen soll eine neue Werkstatt gebaut werden. Nun wurden die besten Entwürfe eines Realisierungswettbewerbs vorgestellt.

Dass die klassische Raumaufteilung bei Neubauten von Schulen wohl der Vergangenheit angehört, hat man bereits beim Entwurf für den Umbau der Gesamtschule Gießen-Ost gesehen. In eine ähnliche Richtung zielt der Entwurf, der auf dem ersten Platz beim Architektenwettbewerb für den Neubau des Werkstattgebäudes der Theodor-Litt-Schule (TLKS) gelandet ist. »Die Architektur mit langen Fluren« könne keine Antwort auf die heutigen Anforderungen an Schulen sein«, sagte Prof. Felix Waechter von Waechter + Waechter Architekten. Schule brauche »Lernlandschaften« und Platz für Miteinander und Austausch. Dem will der Entwurf des Büros Rechnung tragen.

Das Büro aus Darmstadt war eines von 50, die sich für den Realisierungswettbewerb gemeldet hatten. Am Ende reichten 15 Büros ihre Arbeiten ein. Eine Jury suchte schließlich die drei besten Entwurfe aus. Den zweiten Preis erhielt die Wettbewerbsarbeit des Büros ZRS Architekten aus Berlin. Die Auszeichnung für den dritten Preis ging an das Büro SEP Architekten aus Hannover. Mit einer Anerkennung wurde das Büro Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten aus Stuttgart bedacht.

Die TLS ist ein gewerblich-technisches Berufsschulzentrum an der Ringallee. Hier finden sich unter anderem Auszubildende aus den Bereichen Holz, Metall, Heizung und Sanitär sowie Kfz-Mechatronik. Wie Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser bei der Präsentation der besten Wettbewerbsbeiträge im Gießener Rathaus sagte, sei die Werkstatt in die Jahre gekommen: Ein Teil stamme aus den 60er Jahren, ein anderer aus den 70er und 80er Jahren. »Deshalb haben wir uns entschlossen, über einen Neubau nachzudenken«, sagte sie.

Laut Eibelshäuser war das Ziel des Architekten-Wettbewerbs, drei Themenschwerpunkte für das neue Werkstattgebäude in einem Entwurf zusammenzuführen. Diese umfassten ein neues pädagogisches Konzept, einen auf Nachhaltigkeit ausgelegten Entwurf und den Fokus auf eine Konstruktion, die eine kurze Bauzeit ermöglicht. Das neue Gebäude solle den Bedürfnissen für die berufliche Pädagogik des 21. Jahrhunderts Rechnung tragen, betonte Eibelshäuser.

Für Hilmer Goedeking sind Wettbewerbe ein gutes Instrument, um »bestmögliche Ergebnisse zu erhalten«. Goedeking vom gleichnamigen Frankfurter Architektenbüro hat das Wettbewerbsverfahren betreut und wird das Verhandlungsverfahren leiten. Er betonte, die Stadt Gießen habe dies erkannt. »Die Vorbereitung im Haus war außergewöhnlich. Ich erlebe es selten, wie gut durchdacht das von Anfang an war.«

Theodor-Litt-Schule in Gießen: Nachhaltigkeit und Miteinander

Dem Wettbewerb vorausgegangen war eine einjährige Entwicklungsplanung in der Schule. Dort diskutierten die Verantwortlichen, welche räumlichen Rahmenbedingungen benötigt werden, wie das pädagogische Konzept der Schule aussehen soll und wie offen und flexibel die Räume und Raumfolgen zueinander sein müssen. Wie die berufliche Ausbildung zukünftig aussehen kann, diskutierten die Teilnehmenden im Rahmen einer Fachtagung. So sollen im neuen Werkstattgebäude auch Veranstaltungen der Kreishandwerkerschaft Gießen verortet werden,

Der stellvertretende Schulleiter der TLS, Richard Spanke, bezeichnete die Werkstatt als »gestaltbaren Raum«. Das neue Gebäude sollte eine nachhaltige Architektur mit dem »Miteinander des Lebens« verbinden. Dies hätten die Beiträge des Wettbewerbs gezeigt. Waechter sagte über den Beitrag seines Büros, die Werkstatt solle kein Museum sein, könne also auch »ruppig« aussehen. Das zweigeschossige Gebäude ist als »einfache Struktur« konzipiert und hat eine Holzfassade. Es gebe Bereiche für Theorie und Praxis, Arbeiten und Ausstellen könnten Hand in Hand gehen. Die Jury lobte die Kompaktheit des Entwurfs.

In einem nächsten Schritt werden nun Gespräche zur konkreten Umsetzung mit den Büros geführt, die die besten Entwürfe eingereicht haben. Wann der Neubau des Gebäudes beginnt und wie viel dies kosten wird, »können und wollen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen«, betont Eibelshäuser.

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