Neue Welt mit vielen Chancen

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Für die meisten Erstsemester der Justus-Liebig-Universität ist Gießen Neuland. Sie haben hier viele Möglichkeiten, ihren Horizont zu erweitern. Und sie sind fortan aufgerufen, bei "Stammtischparolen" ihre Stimme zu erheben. Das legt Uni-Präsident Mukherjee den Anfängern ans Herz.

Feuerwehr, Foodsharing, Fahrradclub. Allein die Gelegenheiten zum ehrenamtlichen Engagement sind kaum zu zählen. Man kann sich für Organspende einsetzen, für bessere Bezahlung für Hiwis oder für den Klimaschutz. Krankenkassen, Banken und Karriereberater werben um Kunden. Das vermeintlich überschaubare Gießen hat viel zu bieten: Das vermittelt der "Markt der Möglichkeiten" bei der Erstsemester-Begrüßung der Justus-Liebig-Universität. Eine ganz neue Welt eröffnet sich den meisten, die in den Wilhelm-Hanle-Hörsaal gekommen sind. Denn der Großteil kannte die Stadt bisher nicht.

Auf die Frage "Wer ist das erste Mal in Gießen?" melden sich hier schätzungsweise mindestens 80 Prozent der Studienanfänger. Umgekehrt ist das an der Technischen Hochschule, die vor allem Interessenten aus der Region anzieht. Beiden Hochschulen gemeinsam ist, dass die Erstsemesterzahlen nicht weiter steigen. Die JLU zählt wie im Vorjahr etwa 6500 "Neue" und insgesamt 28 000 Immatrikulierte.

Die Universität gleiche einer kleinen Stadt, an der jede und jeder Studierende ebenso viel zählt wie die Professorin oder der Verwaltungsangestellte: Auf diese Besonderheit des deutschen Universitätswesens verweist JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee. Die Eingeschriebenen seien keine Kunden, sondern Mitglieder, die von nun an "bis zu ihrem Tode" mit der JLU verbunden blieben.

Junge Neubürger "eine Freude"

Das bedeute Verantwortung - unter anderem die, für die Wissenschaft einzutreten. Wenn in Stammtischparolen "fake news" geäußert werden, gelte es dagegenzuhalten, "auch beim Kaffeeklatsch zu Hause", so Mukherjees Appell. Außerdem empfiehlt er den Studierenden, über das eigene Fach hinauszublicken. Jeden Tag biete die Universität etwas Besonderes.

Auch die Stadt und ihre Institutionen bergen zahlreiche Chancen, den Horizont zu erweitern und sich einzubringen, ergänzt Stadträtin Gerda Weigel-Greilich. Für die jüngste Stadt Hessens sei es "immer wieder eine Freude", die Lebendigkeit und Dynamik zu Semesterbeginn zu erleben. Ohne die beiden großen Hochschulen mit knapp 40 000 Studierenden sowie das Uniklinikum "würden in Gießen die Lichter ausgehen", sagt die Grünen-Politikerin.

Was steckt eigentlich hinter dem Begriff AStA? Die studentische Selbstverwaltung erläutert Nabor Keweloh vom Allgemeinen Studierendenausschuss. Am Rande des "Markts der Möglichkeiten" gibt es Kurzvorträge zum Studieren im Ausland und zur "Energiewende an der JLU".

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