Die markierten Wanderwege durch Gießen führen in der Regel an weiter entfernt liegende Orte. Wer entlang der Symbole Rundwanderungen unternehmen will, muss verschiedene Routenabschnitte kombinieren. Einige Beispiele wird die Redaktion in ihrer Wanderserie vorstellen. FOTO: SCHEPP
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Die markierten Wanderwege durch Gießen führen in der Regel an weiter entfernt liegende Orte. Wer entlang der Symbole Rundwanderungen unternehmen will, muss verschiedene Routenabschnitte kombinieren. Einige Beispiele wird die Redaktion in ihrer Wanderserie vorstellen. FOTO: SCHEPP

Neue Wege "wünschenswert"

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
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Gießen liegt abseits der angesagten Premiumwege. Noch, sagt die städtische Marketinggesellschaft, die sich ein solches Angebot im Stadtgebiet wünscht. Auch jetzt schon gibt es viele Möglichkeiten zum Wandern - allerdings nur selten auf markierten Rundstrecken.

Der Wander-Trend macht sich auch in Gießen bemerkbar. Der Trend zu Premiumwegen indes geht bisher an der Stadt vorbei. So führt der Lahnhöhenweg über den Gleiberg und lässt Gießen links liegen. Die städtische Marketinggesellschaft hat das Problem im Blick. "Aus touristischer Sicht sind zertifizierte Wege für die Zukunft wünschenswert, da die Zielgruppe dieses Kriterium seit einiger Zeit voraussetzt", sagt Silja Papenguth, Leiterin Marketing und Kommunikation. Markierte Rundwanderwege gibt es bisher kaum. Und das liegt nicht nur am ziemlich beengten Stadtgebiet.

Die Wandervereine betreuen grundsätzlich Weitwanderwege, erklärt Manfred Radomski, Wegewart beim Gießener Zweigverein des Vogelsberger Höhenclubs, im GAZ-Gespräch. Wer den Markierungen durch Gießen folgt, kann beispielsweise zum Kloster Arnsburg, zum Dünsberg oder gar zum Hoherodskopf gelangen - wenn die Wege überhaupt noch gepflegt werden, denn es fehlt an ehrenamtlichen Markierern (diesem Problem wird sich ein eigener Artikel dieser Serie widmen). Der VHC achtet seit jeher darauf, dass die Etappenziele an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen sind.

Viele Jüngere allerdings wollen nur noch zehn bis zwölf Kilometer gehen und am Ausgangspunkt wieder ankommen, weiß Radomski. Solche (Rund-)Wanderwege anzulegen sei Sache der Kommune oder des Touristikverbands. Vor allem kleinere Städte mit Tourismusorientierung bemühten sich aktiv darum, im Kreis etwa Laubach oder die Kooperation Gleiberger Land.

"Das erhöhte Bestellaufkommen in der Tourist-Information an Informationsbroschüren zum Thema Wandern zeigt eine deutlich wachsende Nachfrage", unterstreicht Papenguth. Der Lahntal-Tourismus-Verband verzeichne seit Jahren steigende Besucherzahlen auf seinen Prädikatswegen. Die Stadt Gießen sei nicht nur eine beliebte Station für Rad- und Kanutouristen, die auf und am Fluss unterwegs sind. Sie habe dank ihrer guten Verkehrsanbindung auch von der Eröffnung des Lahnwanderweges 2011 profitiert. Solche zertifizierten Wege fehlen bisher im Stadtgebiet. Gut ausgeschildert und beworben, bieten sie abwechslungsreiche Landschaft auf eher schmalen Pfaden und können dank regelmäßiger Pflege ganzjährig begangen werden.

Die Kunden der Tourist-Information äußern indes ganz unterschiedliche Bedürfnisse, schildert Papenguth. "Familien mit Kindern möchten meist eher kurze Spazierwege begehen, wo gute Möglichkeiten zur Rast oder zum Spielen gegeben sind. Ambitionierte möchten den Lahnwanderweg entdecken und Gießener Bürger/-innen erkunden gerne ihre Stadt und das Umland auf neuen Wegen." Für sie alle gebe es gute Möglichkeiten. Spaziergänger können beispielsweise den Alten Friedhof, den Kunstweg der Justus-Liebig-Universität oder die Naturschutzgebiete Hangelstein und Bergwerkswald entdecken.

Sechseinhalb Kilometer lang ist der Rundwanderweg um den Stadtteil Allendorf, der vor sechs Jahren auf Initiative des Ortsbeirats und der Vereinsgemeinschaft entstand. Den Wegebau und das Setzen der Hinweistafeln übernahm das städtische Tiefbauamt.

Auch sonst sei die Stadt in Sachen Wanderwege keineswegs untätig, betont Magistratssprecherin Claudia Boje. Ihre Mitarbeiter kümmern sich um die Pflege, mähen Wiesenwege, schneiden Wege frei und frischen bei einigen Abschnitten auch die Markierungen auf. Je nach Gebiet sind stellenweise auch andere Behörden zuständig, im Wald zum Beispiel Hessen Forst.

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