Die Energiezentrale auf dem Parkplatz des Philosophikum II versorgt den Campus künftig mit Kälte.
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Die Energiezentrale auf dem Parkplatz des Philosophikum II versorgt den Campus künftig mit Kälte.

Neue Technik

Neue Energiezentrale an der Justus-Liebig-Universität sorgt für kühle Studentenköpfe in Gießen

Die Gießener Stadtwerke und die Justus-Liebig-Universität haben eine neue Energiezentrale eingeweiht. Das gewährleistet angepasste Temperaturen für Tausende Studenten.

Gießen – Die Temperaturen steigen seit Jahren. In den Sommermonaten mehren sich die Tage, an denen das Thermometer deutlich über 30 Grad steigt. Im Freibad ist das angenehm, in einem stickigen Seminarraum aber nicht. Die neue Energiezentrale der Stadtwerke Gießen, die in den vergangenen Monaten auf dem Parkplatz des Philosophikum II errichtet worden ist, hat daher eine zentrale Bedeutung für den an der Rathenaustraße entstehenden »Campus der Zukunft«. »Das ist eine gigantische Baumaßnahme«, sagte Katherina Hannemann, Leiterin des Dezernats Liegenschaften, Bau und Technik der JLU, bei der offiziellen Vorstellung am Mittwoch.

Der Umbau von Philosophikum I und II ist ein gewaltiges Vorhaben der JLU. Gemeinsam mit dem Land und dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen soll ein städtebauliches Leuchtturmprojekt für die kultur- und geisteswissenschaftlichen Fächer umgesetzt werden. Das sieht unter anderem eine Zentralbibliothek (bis 2024), ein Seminargebäude (bis 2026) sowie eine Mensa (nicht vor 2026) vor. Die Sanierung des Audimax soll bis Ende 2024 abgeschlossen sein.

Energiezentrale an der JLU Gießen: Zentrale Kühlung und Wärmeregulierung im „Campus der Zukunft“

Bisher betrieb die JLU auf dem Philosophikum-Areal ein eigenes Wärmeverteilnetz, Kälte wurde wenn überhaupt nur dezentral in den jeweiligen Gebäuden erzeugt, sagte Hannemann.

Das wird sich nun ändern. Insgesamt haben die SWG rund 4,4 Millionen Euro in die Energiezentrale, das Kälteaggregat, die Hausanschlüsse, die Leitungsnetze sowie die nötige Mess- und Regeltechnik investiert. Somit werden künftig alle Gebäude mit vor Ort produzierter Kälte versorgt. Das soll nicht nur im Sommer für angenehme Temperaturen in den Vorlesungsräumen, dem Audimax und der neuen Mensa sorgen, sondern auch historische Dokumente wie zum Beispiel Papyrus-Schriften in der neuen Zentralbibliothek schützen. Auch die Fernwärme kommt künftig von den SWG, 3550 Meter Leitung wurden dafür verlegt, das alte Wärmenetz ist vollständig erneuert worden.

Eigene Energiezentrale an der JLU Gießen: Bau war eine große Herausforderung

Die Gießener Stadtwerke haben den Auftrag im Zuge einer europaweiten Ausschreibung erhalten. »Für uns war das eine komplett neue Situation«, verriet Matthias Funk, Technischer Vorstand bei den Stadtwerken. Neben der Ausschreibung sei aber auch die Ausführung eine große Herausforderung gewesen. Schließlich wird die zu beheizende bzw. zu kühlende Fläche durch die Neubauten erheblich anwachsen. Laut Matthias Fink, Abteilungsleiter Fernwärme der Stadtwerke, wird die zu heizende Fläche von 64 000 Quadratmetern um weitere knapp 54 000 Quadratmeter anwachsen. Das bedeutet einen Anstieg des Wärmebedarfs von 10 auf knapp 15 Gigawattstunden.

Ähnlich verhalte es sich bei der Kälte. Die zu kühlende Fläche von derzeit etwa 51 200 Quadratmetern verdoppele sich nahezu. Die derzeit in der neuen Energiezentrale verbaute Kompressionskältemaschine reiche dafür nicht aus, weshalb noch eine weitere in die Zentrale integriert werden soll. »Die notwendigen Leitungen sind bereits verlegt worden«, betonte Fink.

Für 10 000 Studenten und somit mehr als ein Drittel aller JLU-Studenten ist der Campus zwischen den Bäumen der zentrale Studienort. Sie alle können fortan dank der neuen Kältetechnik auch im Hochsommer einen kühlen Kopf bewahren.

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