Neue Regelung nach 20 Uhr

  • vonKlaus-Dieter Jung
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Gießen-Kleinlinden(rc). Vollzählig erschien der Ortsbeirat Kleinlinden zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr. Mit Mund- und Nase-Bedeckung, Abstand und Lüften alle 20 Minuten, lief das Geschehen anders als gewohnt, ab. Nur eine Zuhörerin war anwesend - vier hätten da sein dürfen.

Eine gravierende Änderung der Busfahrten der Linie 1 in Kleinlinden wird von der FDP gewünscht. Mit diesem Ansinnen wolle man eine Entlastung der Anwohner in der Heide und der oberen Lützellindener Straße sowie mehr Sicherheit insbesondere der Schul- und Kindergartenkinder erreichen, trug Arne Sommerlad vor. Weil die Busse in den Abendstunden beidseitig zwischen Waldweide und Brüder-Grimm-Schule kaum besetzt seien, könnte auf Fahrten in der Zeit von 20 Uhr bis 6 Uhr in diesem Bereich verzichtet werden.

Doch der Antrag geht noch weiter: Die FDP will Busse, die aus Allendorf anfahren, ganz aus dem Wohngebiet verbannen. Sie sollen über die Allendorfer Straße zur Frankfurter Straße fahren. Die Haltestelle Brüder-Grimm-Schule gegenüber der Schule fiele damit weg. Erste Haltestelle auf der neuen Strecke wäre dann Waldweide. Die Haltestelle in der Lützellindener Straße gegenüber der Schule werde vorwiegend von Schulkindern und ansonsten wenig genutzt, begründete Sommerlad den Änderungswunsch. Die Haltestelle "Brüder-Grimm-Schule Süd" sei die "bessere Wahl", meinte er. Eine Vielzahl von Lehrkräften, Eltern und die Schulleitung hätten dies bestätigt.

Auf den Schulwegen in der Heide und oberen Lützellindener Straße würde ein einseitiges Durchfahren der Busse ein enormes Maß an Sicherheit bringen. Sommerlad meint, eine geänderte Linienführung bringe nicht nur eine deutliche Entlastung für die Anwohnern, "sondern auch die dringend erforderliche Verbesserung der Sicherheit".

Eva Janzen (SPD) fühlt sich an der Haltestelle Süd nicht wohl. Sie könne nicht einsehen, dass durch die Änderungen manche Leute geschützt würden - womit sie wohl die Anwohner meinte - und andere hingegen nicht.

Für Christiane Janetzky-Klein (Grüne) ist es "ein fatales Zeichen, wenn der Individualverkehr herausgenommen und dem Auto der Vorrang gegeben wird".

Kein abendlicher Halt vor der Schule

Der Antrag wurde geteilt, FDP und CDU waren erfolgreich und stimmten mit Mehrheit zu, dass die Haltestelle vor der Brüder-Grimm-Schule Richtung Allendorf/Lützellinden von 20 Uhr bis sechs Uhr nicht mehr angefahren wird. Busnutzer müssen dann, wenn der Antrag umgesetzt wird, in den Abendstunden und frühmorgens an der Haltestelle Brüder-Grimm-Schule-Süd ein- und aussteigen.

Die FDP scheiterte mit Teil zwei: An der übrigen Linienführung wird sich also nichts ändern und die Busse nehmen bei ihren Fahrten weiterhin den gewohnten Weg über Lützellindener Straße, Heide bis zur Frankfurter Straße.

Das Ordnungsamt könne die Häufigkeit von Ruhestörungen und Vandalismusschäden in Kleinlinden nicht bestätigen, heißt es in einer Antwort der Stadt zu einer Nachfrage des Ortsbeirates. 2019 habe es lediglich eine Beschwerde eine Anwohnerin gegeben, eine zerstörte Glasscheibe an der Bushaltestelle und kleinere Müllablagerungen fand die Ordnungspolizei vor. Eine Anhäufung von ordnungswidrigen Verhalten bzw. Straftaten sei auch für 2020 nicht aktenkundig.

Die Ordnungspolizei werde auch das Gebiet um die Brüder-Grimm-Schule in unregelmäßigen Abständen bestreifen.

Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD) berichtete von einem Runden Tisch zur Problematik. Eine Sensibilisierung von Polizei und Ordnungsamt sei dort entstanden. Eibelshäuser: "Es gibt einen Hotspot an der Brüder-Grimm-Schule." Gemeinsam mit anderen Behörden schaue man sich das Schulgelände an und suche nach baulichen Veränderungen, kündigte Eibelshäuser an.

Jokus-Außenstelle nicht geplant

Stadträtin Gerda Weigel-Greilich schrieb dem Ortsbeirat, die Einrichtung einer Außenstelle des städtischen Jugendzentrums Jokus sei in Kleinlinden nicht geplant. Eine breit angelegte Befragung aus dem Jahr 2012 habe ergeben, dass es für die Etablierung einer kontinuierlichen Offenen Jugendarbeit in Kleinlinden weder räumlich Ressourcen noch eine entsprechende Bedarfslage der Jugendlichen gebe.

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