Neue Kirchengemeinde entsteht

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Im Gießener Norden wird eine neue evangelische Gesamtkirchengemeinde aus den bisherigen Gemeinden Michael, Thomas und Paulus gebildet. Zum 1. Januar 2020 soll die neue Gemeinde einen gemeinsamen Vorstand und einen gemeinsamen Haushalt haben, erklärt der Kirchenvorstandsvorsitzende der Paulus-Gemeinde, Christoph von Weyhe. Derzeit werde im Einvernehmen mit der Leitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) eine Satzung erarbeitet. Die bisherigen Gemeinden werden als "Seelsorgebezirke" innerhalb der neuen Gemeinde weiter fortbestehen, um gewachsene Bindungen nicht aufzulösen.

Im Gießener Norden wird eine neue evangelische Gesamtkirchengemeinde aus den bisherigen Gemeinden Michael, Thomas und Paulus gebildet. Zum 1. Januar 2020 soll die neue Gemeinde einen gemeinsamen Vorstand und einen gemeinsamen Haushalt haben, erklärt der Kirchenvorstandsvorsitzende der Paulus-Gemeinde, Christoph von Weyhe. Derzeit werde im Einvernehmen mit der Leitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) eine Satzung erarbeitet. Die bisherigen Gemeinden werden als "Seelsorgebezirke" innerhalb der neuen Gemeinde weiter fortbestehen, um gewachsene Bindungen nicht aufzulösen.

Die Paulusgemeinde wurde 1958 gegründet, die Thomasgemeinde 1965. Die Michaelsgemeinde ist als Wiesecker Ortsgemeinde sehr viel älter. Zur neuen Gemeinde werden dann rund 7500 Mitglieder mit derzeit noch vier Pfarrstellen gehören. Die Michaelsgemeinde in Wieseck umfasst derzeit gut 3900, die Paulusgemeinde 2100 und die Thomasgemeinde rund 1500 Mitglieder. Über einen neuen Namen wird erst nach dem Zusammenschluss gemeinsam entschieden.

Pfarrerin Carolin Kalbhenn, Michaelsgemeinde, hebt hervor, dass den Gemeinden "nach vielen Jahren, in denen wir an verschiedenen Stellen schon kooperiert haben, jetzt die Zeit reif schien, die Kooperation verbindlicher zu gestalten". Verwaltungsaufgaben aber auch die Gestaltung des Gemeindelebens könnten besser gebündelt werden, um "Freiräume und Kreativität für neue Vorhaben" zu schaffen. Die Mitgliederzahlen der evangelischen Kirche sinken langsam, aber kontinuierlich und führen zu finanziellen und personellen Kürzungen. Diesen Herausforderungen könne man gemeinsam besser begegnen, so Kalbhenn. Den einzelnen Gemeinden sei der Schritt zum Zusammenschluss leichter geworden, weil die EKHN das Modell Gesamtkirchengemeinde derzeit auch finanziell fördere.

7500 Mitglieder mit vier Pfarrstellen

Pfarrer Tim Fink von der Thomasgemeinde unterstreicht, dass "sich für die Gemeindemitglieder nichts ändere, im Gegenteil, sie haben nach der Bildung der Gesamtkirchengemeinde mehr Ansprechpartner als vorher". Der Wunsch der Gemeinden sei es, so heißt es auch im neuerdings gemeinsamen Gemeindebrief, im Verbund "wieder ein vielfältigeres Angebot zum Beispiel in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Senioren oder in der Kirchenmusik erreichen zu können". Zusammen könnte man auch Aufgaben im Gemeindesekretariat, im Küsterdienst oder bei hausmeisterlichen Aufgaben besser organisieren. Im künftig gemeinsamen Kirchenvorstand ergäben sich neue Möglichkeiten, wenn gemeinsame Fachausschüsse gebildet werden, die "dann kompetenter und mit mehr inhaltlicher Tiefe die verschiedenen Aufgaben in der Gemeindeleitung wahrnehmen können".

Der kommissarische Dekan Andreas Specht begrüßt das Vorhaben. "Diese Form der Zusammenarbeit ermöglicht es, neue Wege zu erproben, um die Menschen in Gottes Namen begleiten zu können, ohne alle traditionellen und vertrauten Angebote aufgeben zu müssen." Mit dem Schritt würden die drei Gemeinden im Dekanat zum Vorreiter für die Gestaltung der kirchlichen Arbeit unter veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen. Sie seien damit ein Ansporn für viele andere Kirchengemeinden, die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden zu verstärken.

Nach der Bildung der Gesamtkirchengemeinde wird es zunächst einen Vorstand aus allen knapp 30 vor vier Jahren gewählten Kirchenvorsteherinnen geben. Bei der Kirchenvorstandswahl im Frühjahr 2021 wird diese Zahl reduziert. Die Gemeindezentren Thomas und Paulus liegen in der Gießener Nordstadt, die Michaelskirche im Zentrum Wiesecks.

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