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In dieser ehemaligen Praxis im Watzenborner Weg 8 wird am 4. Oktober eine stationäre Impfambulanz eröffnen.

Coronavirus

Ersatz für Impfzentrum eröffnet im Schiffenberger Tal

  • Marc Schäfer
    VonMarc Schäfer
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Eigentlich gab es für das Gebäude im Schiffenberger Tal ganz andere Pläne. Nun nutzt der Landkreis Gießen es für den Kampf gegen das Coronavirus.

Gießen – Auch nach der Schließung des Impfzentrums in Heuchelheim Ende September möchte der Landkreis Gießen der Bevölkerung ein stationäres Impfangebot machen. Daher wird ab 4. Oktober in den Räumen einer ehemaligen Arztpraxis im Schiffenberger Tal an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 20 Uhr eine Impfambulanz zur Verfügung stehen. Auch dort wird der Landkreis mit dem DRK und der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) kooperieren.

Das gab Landrätin Anita Schneider am Montag anlässlich der Vertragsunterzeichnung mit Marco Schulte-Lünzum (JUH), Christian Betz (DRK) und Dr. Lars Witteck von der Volksbank Mittelhessen bekannt. Die Volksbank wird dem Landkreis die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung stellen. »Wir hatten mit dem Gelände zwar andere Pläne, aber die können warten«, sagte Witteck. Zunächst sei wichtig, gut und schnell durch die Pandemie zu kommen. Das Angebot, die ehemalige Praxis als Impfambulanz zu nutzen, gelte daher »so lange es gebraucht« werde.

Gießen: Mobile Impfteams sollen weiter Spritzen gegen Corona setzen

Nachdem die hiesigen Hausärzte signalsiert hätten, dass sie beim Impfen gerne weiterhin auf die Unterstützung des Gesundheitsamts zurückgreifen würden, und schließlich auch das Land Hessen klargestellt habe, dass man beim Impfen zukünftig auf Hausärzte und das öffentliche Gesundheitswesen setze, habe man beim Landkreis an einer Lösung gearbeitet, sagte Schneider. Die sei nun durch die Unterstützung der Bank möglich.

Neben dem neuen stationären Angebot werden aber auch weiterhin sechs mobile Impfteams im Einsatz sein. Diese werden bei Sonderimpfaktionen vor Ort und bei Bedarf zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen unterstützen. Für ein weiteres dezentrales Impfangebot soll zudem ab Anfang Oktober ein Impfbus sorgen. Dieser wird genau wie die mobilen Impfteams zukünftig in der Impfambulanz koordiniert. Der Bus wird von zwei weiteren Impfteams betrieben und von 7 bis 19 Uhr im Einsatz sein. Mit ihm soll jede Kommune im Landkreis nach einem vorher festgelegten Fahrplan angesteuert werden.

Kampf gegen das Coronavirus: Neue Impfambulanz in Gießen ist erweiterbar

Die Impfambulanz befindet sich im Watzenborner Weg 8 - neben dem Hauptsitz der Volksbank und hinter dem neuen Gebäude am Schiffenberger Weg. Der Betrieb wird zunächst mit einer Impfstraße beginnen. »Wir können aber jederzeit auf bis zu drei Impfstraßen erweitern«, sagte DRK-Vorstand Betz bei einem Rundgang durch die frühere Praxis, die pandemische Abläufe mit Einbahnstraßenregelung ermöglicht. Impftermine können - ähnlich wie bei den Bürgertests - online oder telefonisch über das DRK vereinbart werden.

Die Erreichbarkeiten sollen rechtzeitig auf der Internetseite des Landkreises (corona.lkgi.de) veröffentlicht werden. Die Impfambulanz steht allen Menschen offen. Die Impfungen sind kostenlos. »Es ist wichtig, dass wir ein kleines Angebot haben - auch für Menschen, die zum Beispiel keine Anbindung an einen Hausarzt haben«, sagte Betz. Auch für den Fall der Drittimpfungen könne die Impfambulanz zukünftig noch von Bedeutung sein. (mac)

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