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Janine Clemens leitet künftig die LZG-Geschäftsstelle. FOTO: PM

Das neue Gesicht des LZG

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"Gekommen, um zu bleiben" sang Judith Holofernes mit ihrer Band Wir sind Helden. Das könnte die neue Erkennungsmelodie des LZG werden. Denn mit Janine Clemens hat das Literarische Zentrum nun seine mittlerweile fünfte Programmleiterin bzw. Geschäftsstellenleiterin in den zehn Jahren seines Bestehens vorgestellt. Nun hofft man auf mehr Kontinuität - und setzt auf Hilfe aus der Stadtpolitik.

Er könne nur von Janine Clemens schwärmen, betonte LZG-Vorsitzender Prof. Sascha Feuchert, als er die neue Geschäftsstellenleiterin des Literarischen Zentrums der Presse vorstellte. Janine Clemens ist Nachfolgerin von Anna-Lena Heid, die zum Verlag Kiepenheuer & Witsch gewechselt ist und deren kurzfristiger Weggang das LZG in Zugzwang brachte. "Wir haben aufgrund der gebotenen Eile auf eine Ausschreibung verzichtet und stattdessen auf Headhunting gesetzt", berichtet Feuchert. So kann Clemens am 1. März nach kurzer Einarbeitungsphase ihr neues Amt als "Gesicht des LZG" antreten. "Janine ist der perfect fit. Sie ist belastbar, engagiert und literaturbegeistert", schwärmt Feuchert gemeinsam mit Christina Hohenemser und Nicolaus Webler vom LZG-Vorstand. Und eben diese Qualitäten braucht es auch, um den Betrieb zu stemmen - eine Aufgabe, die wie die Oberbürgermeisterin kürzlich in einer Rede zum zehnjährigen LZG-Geburtstag zugab, mit vorerst nur einer 20-Stunden-Stelle kaum zumutbar sei. Doch man sei auf einem guten Weg, dass die Stelle mithilfe der Stadt auf eine ganze aufgestockt werden kann, zeigt sie Feuchert optimistisch. Schließlich war die Schieflage zwischen Arbeitsaufwand und Bezahlung für bisherige Programmleiter immer wieder Anlass, das LZG zu verlassen. Aber auch der Ruf des Zentrums als Kaderschmiede sorgte regelmäßig für Abwerbungen durch renommierte Verlage.

Liebe zur Literatur

Janine Clemens ist sich der Herausforderung bewusst, die mit der Geschäftsstellenleitung auf sie zukommt. Programmplanung, Mitgliederbetreuung, Messebesuche, Kontaktpflege zu den Verlagen - all das steht auf ihrer Agenda. Und dafür ist sie bestens vorbereitet.

Die 32-Jährige aus der Südwestpfalz, die aktuell noch zwischen Saarbrücken und Gießen pendelt, hat zunächst eine Ausbildung als Reiseverkehrskauffrau absolviert und bei einem saarländischen Busreiseveranstalter gearbeitet. Nicht zuletzt aus Liebe zur Literatur habe sie sich dann aber 2013 ihren langgehegten Wunsch erfüllt, doch noch Germanistik zu studieren. Nach dem Bachelorabschluss in Germanistik und Pädagogik wird sie nun im März auch ihren Mastertitel an der Justus-Liebig-Universität erlangen.

Praxiserfahrung hat sie während des Studiums reichlich gesammelt. Sie war beim Kulturamt in Marburg Praktikantin und hat anschließend noch ein Jahr als dessen freie Mitarbeiterin bei diversen kulturellen Veranstaltungen und Projekten mitgearbeitet. Ihr Faible für das Verlagswesen entdeckte sie während ihres Praktikums beim früher in Marburg ansässigen Wissenschaftsverlag Tectum. Seit 2018 ist sie studentische Mitarbeiterin am Institut für Germanistik, speziell der Arbeitsstelle Holocaustliteratur, sowie Schreibberaterin am Schreibzentrum des ZfbK der JLU.

Sie gehe mit "Neugier, Offenheit und Spaß" an die neue Aufgabe, erzählt Janine Clemens. Bücher liest sie fast immer parallel. Aktuell liegen auf ihrem Nachttisch "nur" zwei Romane: Norbert Scheuers "Winterbienen" und Thomas Brussigs "Die Verwandelten". Holocaustliteratur sei ihr Steckenpferd und Hermann Hesse einer ihrer Lieblings- autoren, ergänzt die neue Geschäftsstellenleiterin. Auch auf die Frage, welche Autoren sie gerne einmal ins Literarische Zentrum einladen würde, hat Janine Clemens prompt eine Antwort parat: T. C. Boyle. Wer die Erfolgsgeschichte des Literarischen Zentrums kennt, hält auch diesen LZG-Gast nicht für ausgeschlossen.

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