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Anstelle der Stahlcontainer auf dem Hof der Allendorfer Kleebachschule soll an dieser Stelle ein zweigeschossiger Holzmodulbau entstehen.

Neubau an Kleebachschule und LLG

  • Kays Al-Khanak
    VonKays Al-Khanak
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Gießen (khn). Es gab mal eine Zeit, in der die Zukunft der Kleebachschule im Gießener Stadtteil Allendorf am seidenen Faden hing. »Wir haben viele Jahre die Luft angehalten, ob die Schule gehalten werden kann«, sagte die zuständige Dezernentin Astrid Eibelshäuser in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses. Das Bangen scheint aktuell unnötig zu sein - auch wegen des Zuzugs vieler Kinder im Neubaugebiet.

So hat es laut der Stadträtin zum ersten Mal in der Geschichte der kleinen Grundschule im Schuljahr 20/21 eine zweite 1. Klasse gegeben. Die steigenden Schülerzahlen und eine Zweizügigkeit über einen längeren Zeitraum sorgen für einen erhöhten Raumbedarf. Deshalb soll nun ein neues Gebäude als Holzmodulbau entstehen.

Langfristige Lösung geplant

Dieser zweigeschossige Bau soll dann den Stahlcontainer ersetzen, in dem aktuell der Schuljahrgang 20/21 unterrichtet wird. Dieses Provisorium kann dann abgebaut werden. Aktuell verfügt die Kleebachschule über vier Klassen- sowie drei WC-Räume. In dem neuen Gebäude mit Holzfassade sollen dann vier weitere Klassenräume mit einer Größe von 55 Quadratmetern, ein Lager- und Differenzierungsraum, ein Technikraum sowie zusätzliche Sanitäranlagen entstehen. Damit das Erdgeschoss barrierefrei erreichbar ist, soll eine Rampe angebaut werden.

Der Holzmodulbau, sagte Eibelshäuser, sei als langfristige Lösung geeignet und könne abgebaut, aber auch erweitert oder versetzt werden, sollten sich die Schülerzahlen in Allendorf erneut ändern. Außerdem könne ein Gründach und Fotovoltaik mitgeplant werden. Angedacht ist ein Mietmodell mit anschließender Kaufoption. Die Schuldezernentin rechnet mit einer jährlichen Miete von 144 000 Euro ab dem Haushaltsjahr 2023 mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Außerdem sind Vorabkosten für Planungen und Erschließung von 130 000 Euro vorgesehen. Hinzu kommen etwa 80 000 Euro für die Ausstattung und den Umbau des Außengeländes. Apropos: Da wegen des großen Holzbaus ein Teil des Schulhofs nicht zu Verfügung stehen wird, soll diese Fläche kompensiert werden. Wie Eibelshäuser sagte, sei dazu bereits ein angrenzendes Baumgrundstück erworben worden. Dieses Areal soll der Kleebachschule als Pausenfläche zugeordnet werden.

Dass an der Grundschule Bedarf für den Neubau besteht, bestreitet im Schulausschuss keine der anwesenden Fraktionen. Doch bereits bei der Diskussion um die - ebenfalls von allen Parteien begrüßte - Erweiterung des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums hatten CDU und FDP Kritik an dem Mietmodell geäußert. Am Gymnasium sollen ebenfalls in einem Holzmodulbau acht neue Klassenräume mit einer Größe von 60 Quadratmetern entstehen. Geplant ist auch ein Multifunktionsraum für PC-Arbeit, Projekte sowie regulären Unterricht. Der Anbau an den bestehenden Klassentrakt (Haus B) soll mit Toiletten, Lagerräumen, einem Technikraum und einem Aufzug ausgestattet werden. Der Grund für die Erweiterung: Perspektivisch rechnet die Stadt mit 1320 Schülerinnen und Schülern am LLG - im Schuljahr 2020/21 waren es 1123. Die Stadt schlägt ein Mietmodell mit einer Laufzeit von zehn Jahren vor; die jährlichen Kosten sollen sich auf 324 000 Euro ab dem Haushaltsjahr 2023 belaufen. Für die Vorabkosten sind 250 000 Euro, für Ausstattung und Außenanlagen 130 000 Euro vorgesehen.

FDP: Finanzierung »unseriös«

Dominik Erb von der FDP nannte die vorgeschlagene Finanzierung »unseriös«, da die endgültigen Kosten verschleiern würden. Außerdem schaffe ein direkter Kauf für die Stadt sofortige Vermögenswerte - ein Mietmodell nicht. Kathrin Schmidt von der CDU hofft, »dass das LLG und die Kleebachschule nicht zu einer weiteren GGO werden«. Damit sprach sie die deutliche Kostensteigerung beim Umbau der Gesamtschule Gießen-Ost an. Eibelshäuser war in diesem Zusammenhang politisch unter Druck geraten. Nina Heidt-Sommer (SPD) betonte hingegen, das Mietmodell sei sinnvoll, weil es eine flexible, kurzfristige Lösung biete. »Die Schülerzahlen verändern sich, und damit auch die Anforderungen an die Schulen.«

Im Ausschuss sprachen sich bei beiden Abstimmungen Grüne, SPD, Linke und Volt/Gigg für die Neubauten an LLG und Kleebachschule aus, FDP und CDU enthielten sich.

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