Großbaustelle an der Steinkaute. Die Gestaltung der Außenanlagen beginnt. FOTO: CG
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Großbaustelle an der Steinkaute. Die Gestaltung der Außenanlagen beginnt. FOTO: CG

Nagelneue Vierecke treffen auf Dreieck

  • Christine Steines
    vonChristine Steines
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Wird das Quartier durch die neuen Häuser schöner? Ansichtssache. Im Sandfeld und der Steinkaute ist es so wie überall in der Stadt, wo gerade gebaut wird: Die Neubauten verändern das Gesicht des Viertels, es wird enger, aber es wird Menschen eine neue Heimat bieten. Das ist derzeit das Entscheidende. Wie man in einigen Jahren über die "Wohnwürfel" urteilen wird, weiß heute niemand.

Heizungsmonteure verschwinden in den Rohbauten, der Innenausbau scheint weitgehend abgeschlossen. Jalousien, Fußbodenbeläge, Klingeln, alles fertig. Die Terrassen und Balkone zeigen, wo im kommenden Sommer die neuen Bewohner Grill und Mobiliar aufbauen werden.

In der Steinkaute ist ein Teil der Fahrbahn abgesperrt. Der Fahrer eines DHL-Transporters hupt, er will seine Pakete loswerden und kommt an den Baggern nicht vorbei. "Moment!", signalisiert ein Bauarbeiter und schafft Platz für den eiligen Boten. Die neuen Häuser entstehen auf einem großen Dreieck, hinten ist das Grundstück weit, vorne läuft es in einem spitzen Winkel zu. Der Platz ist optimal ausgenutzt. "Früher stand hier eine große Kastanie", sagt eine Frau bedauernd. Sie ist mit ihrem Trolley Richtung Innenstadt unterwegs. "Na ja, ist ja immer noch grün hier". Das stimmt. An manchen Stellen sogar zu grün, falls es so etwas gibt. Einige der Häuser sind hinter den inzwischen viel zu großen Bäumen und üppig wuchernden Hecken fast verschwunden, in den Zimmern kann es kaum noch Tageslicht geben. Doch die meisten Häuser sind von sorgfältig gepflegten Gärten umgeben. Hinter einem Fenster bewegt sich die Gardine. Ein älterer Mann beobachtet, was sich auf der Straße tut. "Die Wohnungen sind sicher längst weg", sagt ein junger Mann, der aus dem Nebenhaus kommt, um seinen Müll hinaus zu bringen. Ein Freund von ihm habe sich auch erkundigt. "Echt teuer, aber das ist heute ja egal", sagt er.

Die großen Container am Straßenrand sind voll, in einigen wird Bauschutt gesammelt, in anderen Holz. Mitarbeiter einer Firma für Garten- und Landschaftsbau kümmern sich um die Außenanlagen. Die Pflastersteine wurden schon angeliefert, in Kürze wird alles ordentlich, schick und etwas steril aussehen.

Die meisten der Nachbarhäuser wurden in den 50er und 60er Jahren bezogen, die verbliebenen Grundstückslücken füllten sich im Laufe der Zeit mit weiteren Ein- und Zweifamilienhäusern. Das ist diesmal anders, es wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Im wahrsten Sinne des Wortes. (cg)

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