Nach Gießen vor allem der Liebe wegen

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Dass sie in Gießen gelandet ist, hat sie vor allem ihrem Mann zu verdanken. Als Lydia Atem 2013 aus ihrer Heimat Kamerun in die mittelhessische Universitätsstadt übersiedelte, hatte ihr Mann bereits sieben Jahre in Gießen verbracht. "Ich bin vor allem der Liebe wegen hier", sagt die 31-Jährige und lächelt. Außerdem macht sie das, was viele Tausend andere junge Leute in Gießen ebenfalls tun: Sie studiert.

Dass sie in Gießen gelandet ist, hat sie vor allem ihrem Mann zu verdanken. Als Lydia Atem 2013 aus ihrer Heimat Kamerun in die mittelhessische Universitätsstadt übersiedelte, hatte ihr Mann bereits sieben Jahre in Gießen verbracht. "Ich bin vor allem der Liebe wegen hier", sagt die 31-Jährige und lächelt. Außerdem macht sie das, was viele Tausend andere junge Leute in Gießen ebenfalls tun: Sie studiert.

"Transition Management" heißt der interdisziplinäre Studiengang, der Lydia Atem regelmäßig ins Zeughaus und in die beiden Philosophika führt. Derzeit bereitet sie sich auf die Master-Prüfung vor. Ihre akademische Ausbildung hat sie bereits in ihrer kamerunischen Heimat begonnen. Die ersten Jahre ihrer Kindheit hat sie in Mamfe verbracht. Ihre Geburtsstadt hat etwa 20 000 Einwohner. Später zog sie mit ihrer Familie in die Hauptstadt Kameruns, sodass sie ihre Schulausbildung in Jaunde absolvierte. In der Millionenmetropole hat sie zumindest gelernt, was sie nicht will. "Ich möchte auf keinen Fall in einer großen Stadt leben", sagt Lydia Atem und ist froh, im überschaubaren Gießen gelandet zu sein.

Doch zunächst hat sie in Kamerun nach dem Schulabschluss Jura studiert und 2012 die Bachelor-Prüfung bestanden. Und ein paar positive Aspekte hat das Leben in der Hauptstadt offenbar doch gehabt, schließlich hat sie in Jaunde 2003 ihren Ehemann Fabrice kennengelernt. An ihm lag es auch, dass sie sich nach dem Studium in Richtung Deutschland orientiert hat. Der 34-Jährige studierte damals an der Fachhochschule Wirtschaftsinformatik und später Maschinenbau.

Parallel zum Jurastudium hatte Lydia Atem seinerzeit in Jaunde am Goethe-Institut einen Deutschkurs belegt, ehe es im Oktober 2013 zur Familienzusammenführung in Gießen kam. Sohn Brice war damals drei Jahre alt, mittlerweile haben die Atems drei Kinder.

Gießen gefällt der 31-Jährigen nicht nur, weil es viel kleiner ist als die kamerunische Hauptstadt. "Die Stadt ist ruhig, die Menschen sind hilfsbereit und wir haben gute Nachbarn", fasst Lydia Atem die für sie wichtigsten Eigenschaften zusammen. "In Deutschland werden Menschen und Gesetze stärker respektiert", zieht sie einen für ihr Heimatland nicht sehr schmeichelhaften Vergleich. Auch die Perspektiven für ihre Kinder seien deutlich besser als in Kamerun.

Die ehemalige Sportlerin, die als Studentin Handball an der Universität gespielt hat, lässt es mittlerweile ruhiger angehen. Inzwischen interessieren sich alle in der Familie für Fußball. Diese Sportart wird aber vor allem via Bildschirm konsumiert. Ab und zu schaut die Mutter ihrem Sohn Brice beim Kicken in der E-Jugend des MTV 1846 Gießen zu. Zu den Lieblingsorten der Gießenerin gehört außerdem der Stadtpark Wieseckaue. Dort geht sie mit ihrer Familie am liebsten am Schwanenteich spazieren.

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