Zwei leere Gläser Bier stehen auf einem Tresen.
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In Gießen haben im Herbst 68 Personen eine Corona-Party in einer Kneipe gefeiert. Die Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen haben nun Folgen.

Gegen Covid-Maßnahmen verstoßen

Corona-Party in Gießen: Mehrere Einspruchsverfahren nach Feier mit 68 Gästen in einer Kneipe geplatzt

  • vonSebastian Schmidt
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In Gießen haben im Herbst 68 Personen in einer Kneipe gefeiert und dabei die Corona-Maßnahmen nicht eingehalten. Gegen die Bußgelder haben mehrere Gäste Einspruch eingelegt, doch die Verfahren platzen.

Gießen – Eigentlich sollte am Montag der Einspruch gegen ein Corona-Bußgeld vor dem Amtsgericht verhandelt werden. Der Betroffene erhielt den Bußgeldbescheid, weil er Anfang September als Gast einer Kneipe im Südviertel gegen die Corona-Auflagen verstoßen hatte. Richter Heiko Kriewald verwarf den Einspruch, da der Student nicht zur Verhandlung erschien.

Kein Einzelfall, wie einer der anwesenden Polizisten erzählte. Zu »neun oder zehn« Einspruchs-Verfahren wegen diesem besagten Kneipenabend sei er als Zeuge geladen worden, drei hätten bereits stattfinden sollen. »Sie sind alle geplatzt«, sagte der Polizist. Die Betroffenen seien nicht erschienen.

Corona-Party in Gießen: Lieder gröhlen und Rockmusik

Was an dem Septemberabend geschehen war, las Kriewald aus dem Polizeibericht vor: Die Polizei war gegen 2.40 Uhr wegen Ruhestörung gerufen worden und vor der Kneipe auf 15 Personen getroffen - eng zusammenstehend und ohne Maske. Aus der Kneipe war laute Rockmusik zu hören gewesen, und im Inneren hatten sich 68 Personen versammelt, zum Teil lagen sie sich in den Armen und gröhlten Lieder mit und tanzten.

Auch der Betreiber hatte laut Polizeibericht gegen die Corona-Bestimmungen verstoßen: Kein Hygienekonzept, keine Gästeliste und Mitarbeiter ohne Schutz-Maske. Die Polizei hatte den Abend daraufhin beendet und von jedem Gast die Personalien aufgenommen.

Corona-Party in Gießen: Keine Gästeliste und keine Masken

Der Großteil der 68 Kneipengäste hatte die daraufhin geforderten 200 Euro Bußgeld gezahlt, genauso der Inhaber. »Zwischen 1 000 und 2 000 Euro Bußgeld gibt es für die Betreiber«, sagte Kriewald. Ein ähnliches Verhalten kannte der Richter bereits von Coronaverstößen in einer Shisha-Bar. Auch da habe der Betreiber gezahlt, Gäste der Bar hätten die Bußgelder aber wohl nicht akzeptiert. Dabei kostet ein verlorenes Verfahren zusätzlich Geld. Der Student müsse 20 Euro Gerichtsgebühr zahlen und die Fahrtkosten der Zeugen, erklärt Kriewald.

Auf Kriewalds Schreibtisch liegen auch Einsprüche von Maskenverweigerern aus dem Seltersweg. Diese Verfahren werden wohl in den nächsten Monaten verhandelt, sagte der Richter. »Es kann aber auch noch dauern. Die Verfahren haben keine hohe Priorität.« (seg)

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