Nach Amoklauf-Drohung an RHS: Schulleitung lobt Einsatzkräfte

Nach der Amoklauf-Drohung an der Ricarda-Huch-Schule zogen Schulleitung, Polizei und Staatliches Schulamt eine erste Bilanz des bedrohlichen Geschehens. Allgemeiner Tenor: Das Krisenmanagement hat alles in allem funktioniert.

Gießen (pd). Durchatmen an der Ricarda-Huch-Schule. Am Freitag um 9.20 Uhr hatte ein Anrufer telefonisch für 10 Uhr einen Amoklauf an der kooperativen Gesamtschule angedroht. Um 11 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. Am Montag zogen Schulleitung, Polizei und Staatliches Schulamt eine erste Bilanz des bedrohlichen Geschehens an der "Ricarda". Allgemeiner Tenor: Das Krisenmanagement hat alles in allem funktioniert. Schulleitung und Krisenteam würden sämtlichen geäußerten Kritikpunkten nachgehen, kündigte "Ricarda"-Direktor Werner Nissel auf GAZ-Anfrage an.

So hatte es unter anderem Beschwerden darüber gegeben, dass eine Klasse ohne Lehrer in einem Raum eingeschlossen gewesen sei, dass ein Lautsprecher ausgefallen sei und dass der Vorschlag, einen Feueralarm auszulösen, dem potenziellen Täter möglicherweise in die Hände gespielt hätte. "Es gibt immer Optimierungsbedarf", erklärte Polizeisprecher Willi Schwarz auf Anfrage.

Die Suche nach dem Anrufer läuft indes weiter auf Hochtouren. Wie Schwarz berichtete, wurde mittlerweile die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ermittelt wird wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat.

Der Täter müsse mit einer harten Strafe rechnen, ergänzte Nissel. Zudem kämen Schadenersatzforderungen im vierstelligen Bereich auf ihn zu. Ausdrücklich lobte der Schulleiter das "umsichtige und professionelle" Vorgehen der Polizei. Die Schule habe direkt nach dem Drohanruf die speziell für solche Situationen eingerichtete Hotline des hessischen Kultusministeriums sowie die Polizei angerufen. Die Kräfte des Polizeipräsidiums mit einer Spezialausbildung für Krisensituationen seien kurz nach der Alarmierung vor Ort gewesen und hätten gemeinsam mit dem Krisenteam der Schule die Einsatzleitung übernommen.

Klassen im Schulgebäude seien angewiesen worden, sich einzuschließen. Schüler auf dem Hof habe man in Richtung Kirchenplatz geführt. "Die Truppe hat sämtliche Gebäudeteile der Schule durchsucht, vom Keller bis zum Dach", erst danach habe es Entwarnung gegeben. Anschließend sei der Unterricht fortgesetzt worden. Damit habe man der Schulgemeinde die Gelegenheit zur Beruhigung und zur Verarbeitung geben wollen, so Nissel.

Dass an jeder Schule in entsprechenden Situationen eine Alarmkette ausgelöst wird, bestätigte Heinz Kipp. An allen Schulen seien Krisenteams ausgebildet worden, so der Leiter des Staatlichen Schulamts. Diese Teams seien für ein unterschiedliches Spektrum möglicher Ausnahmesituationen zuständig. Diese reichen vom tödlichen Unfall oder dem Suizidversuch eines Schülers bis zur Amoklauf-Drohung. An jeder Schule gebe es zudem eine Broschüre mit Handlungsanweisungen. Die Inhalte dieses Leitfadens für den Krisenfall mache man aber nur zurückhaltend publik, um möglichen Tätern nicht in die Karten zu spielen.

"Ricarda" geräumt nach Amoklauf-Androhung Amoklauf-Drohung: "Ricarda" gibt Erklärung ab

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare