In der Roos

NABU-Eilantrag abgelehnt

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Gießen(pm). Mit einem Beschluss hat die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts Gießen einen Eilantrag des NABU abgelehnt, der verhindern wollte, dass im Baugebiet "In der Roos" im Gießener Stadtteil Rödgen zwei geschützte Schmetterlingsarten umgesiedelt werden. Das ist notwendig, um mit den Erschließungsarbeiten für das Baugebiet beginnen zu können.

Konkret geht es um das Fangen und Umsiedeln vom Hellen und Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, zwei Schmetterlingsarten mit einem sehr komplexen Lebensrhythmus, die zur Fortpflanzung nicht nur auf eine bestimmte Pflanze, den Großen Wiesenknopf, angewiesen sind, sondern die auch zur Vermehrung bestimmte Ameisenarten benötigen, in deren Bau sich die Raupen einnisten und versorgen lassen.

Der NABU wandte sich gegen die Umsiedelung und machte geltend, ein "Vergrämen" der Schmetterlinge durch Mähen der Wiesen, was allerdings bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen würde, sei für die Population schonender. Die Stadt berief sich auf die Einschätzung von Sachverständigen, wonach dies das Überleben der nur in einem kleinen Umkreis umherfliegenden Schmetterlinge nicht gewährleistet hätte, weil auf dem Weg zu neuen Habitaten keine ausreichenden Flugkorridore bestünden.

Das Verwaltungsgericht befand, dass diese Einschätzung der Stadt nicht zu beanstanden ist. Zudem bestehe ein unabweisbares öffentliches Interesse an der Verwirklichung des Bauvorhabens, da in Rödgen kaum mehr Baulandreserven zur Verfügung stünden, es aber in diesem Stadtteil eine anhaltende Nachfrage gebe. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können binnen zwei Wochen Beschwerde einlegen.

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