Museum sucht nach jüdischen Spuren in Gießen

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Gießen(pm). Vor etwa 80 Jahren wurde das jüdische Leben an der Lahn brutal unterbrochen: Jüdische Gießener wanderten aus, wurden vertrieben oder deportiert und ermordet. Ihre Haushaltsgegenstände und ganze Wohnungen wurden oft konfisziert und versteigert. Manchmal hatten sie noch Sachen an Nachbarn zur Aufbewahrung geben können. Mit den Menschen verschwanden jedoch ganze Lebenswelten.

Auf Initiative des Vereins Transit Gießen sucht das Oberhessische Museum gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Gießen nun nach Erinnerungsstücken der jüdischen Vergangenheit unserer Stadt. Im Zuge der Überarbeitung des Museums fiel auf, dass bisher keine Gegenstände aus Gießener jüdischen Familien gezeigt werden können. Daher bitten die Organisatoren die Gießener Bürger um Hilfe.

Gesucht werden Gegenstände, die aus jüdischen Haushalten oder Firmen in Gießen stammen, wie Spielzeug, Schulbücher, Geschirr, Tisch- und Haushaltswäsche, kleine Möbel, Kleidung, religiöse Objekte oder Gegenstände, die an jüdisches Leben in Gießen erinnern, und anderes mehr. Trotz Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Gießener Juden sowie der Kriegszerstörungen besteht die Hoffnung, dass einige Gegenstände erhalten sind. Meist sind sie und die dazugehörigen Geschichten von Generation zu Generation weitergetragen worden.

Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, anonym zu bleiben. In jedem Fall sucht das Museum nach den Geschichten um das Objekt: über die Nutzung oder sein Alter, wem es gehörte und wie es zu den neuen Besitzern kam. Wer solche Gegenstände besitzt und sie dem Oberhessischen Museum und der Jüdischen Gemeinde Gießen zur Verfügung stellen möchte, kann sich bis Ende Juni an die folgenden Kontaktdaten wenden:

Jüdische Gemeinde, Burggraben 4, info@jg-giessen.de, Tel. 06 41/93 28 90; Oberhessisches Museum, Brandplatz 2, museum@giessen.de, Tel. 06 41/960 973 0; Transit Gießen, c/o Hein-Heckroth-Straße 31, post@transit-giessen.de, Tel. 06 41/320 748 89.

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