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Das Oberhessische Museum mit seinen drei Häusern bietet auch in diesem Jahr wieder jede Menge Anlass zum Besuch. FOTO: SCHEPP

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Museum feiert die Achtziger

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Wieder gibt das Oberhessische Museum ein Programmheft heraus, das praktische Informationen, Veranstaltungshinweise und Angebote für Kinder und Erwachsene bündelt. Neben neuen Formaten zur Vermittlung sind auch vier Ausstellungen von besonderem Interesse.

Das Oberhessische Museum zeigt sich in diesem Jahr "Feuer und Flamme für diese Stadt". Mit der gleichnamigen Ausstellung wird vom 13. März bis 31. Mai "Das bewegte Gießen in den 1980er Jahren" gespiegelt. Anhand von Plakaten aus der alternativen Szene der Zeit und weiteren Exponaten zeigt die Ausstellung, welche Themen die Gießener damals auf die Straßen trieben: Frauenbewegung und Paragraf 218, Atomkraft und Stadtplanung, Häuserbesetzungen und Schwulen- und Lesbenszene. Welche Rolle diese Themen auch heute noch in der Stadtgesellschaft spielen, soll im ersten Stock des Alten Schlosses gezeigt werden. Ein Mitmachbereich fragt die Besucher konkret, was ihnen heute auf den Nägeln brennt.

Das Museum werde damit seiner Aufgabe gerecht, "ein attraktiver Ort für das Nachdenken über die Stadt" zu sein, betonte Kulturamtsleiter Dr. Stefan Neubacher bei der gemeinsamen Programmvorstellung mit Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Museumsleiterin Dr. Katharina Weick-Joch. Und die wegen ihres Einsatzes hochgelobte Museumsleiterin konnte auch gleich noch auf weitere (Kabinetts)Ausstellungen neugierig machen. Ab 27. Februar werden museumseigene Plakate in den Fokus rücken. Unter dem Motto "Best of Museumsplakate" (28. Februar bis 13. April) blickt das Oberhessische Museum auf Ausstellungen in den 1980er Jahren zurück.

Anlässlich des 175. Geburtstags von Johann Conrad Röntgen würdigt das Museum zudem den Entdecker der Röntgenstrahlen mit der Kabinettsausstellung "Kunst durchleuchten. Die Entdeckung der Röntgenstrahlen und die Trautschold-Bilder". Dafür werden zwei von Elke Kötschau dem Museum überlassene Damenporträts im Röntgenapparat des Frankfurter Städel durchleuchtet und restauriert. Ein Vortrag der Restauratorin am 23. April und die Sonderpräsentation dokumentieren bis 7. Juli diesen Prozess.

Das Museum wird bewährte Veranstaltungsformate wie Kunstpause, Kunstkränzchen, "Hereinspaziert!" der Museumsgesellschaft und, passend zum 80er-Jahre-Thema, "Kunst und Kir Royal" (statt "Kunst und Caipi") für Studenten fortsetzen. Neu sind zwei Kooperationen: Rolf Baltromejus veranstaltet zwei Performance Dinner (für das zweite am 9. Mai kann man noch Karten erwerben) und mit dem Spielwarenladen J.H. Fuhr bietet man Spieleabende im Museum an. Neu sind Familienführungen mit anschließendem Workshop. Das Format der Kinderworkshops pausiert indes und soll nach den Sommerferien mit neuem Schwung angeboten werden.

Die Zahlen, die das Museum für 2019 präsentieren konnte, zeigen, dass die Einrichtung auf einem guten Weg ist. Im vergangenen Jahr wurden mit 17 700 Besuchern so viele wie seit 2012 nicht mehr registriert. Es gab 55 Programmpunkte für Erwachsene und 38 Kinderworkshops. Das selbst gesetzte Ziel der Inventarisierung von rund 650 Objekten aus dem Bestand wurde erreicht.

In einer anonymen Schenkung erhielt das Museum ein großes Konvolut der Gießener Künstlerin Antonie "Tobi" Bitsch. Mit Museumsvolontärin Linn Mertgen und Historikerin Dr. Julia Schopferer als wissenschaftliche Mitarbeiterin konnte das Museumsteam verstärkt werden.

Das Alte Schloss muss wegen Baumaßnahmen zur Barrierefreiheit vom 8. Juni bis 23. August geschlossen werden.

Das Programmheft, auch mit einer kalendarischen Übersicht aller Termine, liegt ab sofort in allen drei Häusern des Museums, im Rathaus, in der Tourist-Information und an zahlreichen Stellen in der Stadt zum Mitnehmen aus.

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