Müll: Jeder Zweite hat Änderungswünsche

Gießen (si). Nach der Änderung der städtischen Abfallsatzung zum 1. Juli haben sich offenbar viele Gießener Haushalte dafür entschieden, ihren Müll in kleineren Behältnissen zu sammeln und weniger häufig abholen zu lassen.

Gießen (si). Nach der Änderung der städtischen Abfallsatzung zum 1. Juli haben sich offenbar viele Gießener Haushalte dafür entschieden, ihren Müll in kleineren Behältnissen zu sammeln und weniger häufig abholen zu lassen. Dieser Trend zeige sich sowohl bei der grauen als auch bei der grünen Tonne, teilte Stadtrat Thomas Rausch gestern in einer Zwischenbilanz mit. Seinen Angaben zufolge wurden bisher fast alle - über 10 500 - Grundstückseigentümer angeschrieben; jeder zweite habe Änderungswünsche geäußert.

Abfallvermeidung und eine bessere Mülltrennung sind das Ziel der neuen Satzung, die von der Koalitionsmehrheit im Juni in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet wurde. Haushalte, die die Möglichkeiten nutzen, können dadurch Geld sparen. Wer alles beim Alten lässt, wird in aller Regel stärker zur Kasse gebeten.

Im Stadtreinigung- und Fuhramt gingen täglich noch immer bis zu 250 Anrufe ein, sieben Mitarbeiter stünden dort als Ansprechpartner bereit, teilte Rausch mit. Von den bislang 5500 erstellen Aufträgen sei weit über die Hälfte erledigt, am Rest werde "mit Hochdruck" gearbeitet. Wer sich für eine kleinere Tonne oder eine seltener Leerung entschieden habe und noch nicht berücksichtigt worden sei, werde finanziell keinen Nachteil erleiden. Die bisherige Tonne könne dann bis zur Umstellung wie bisher weitergenutzt werden.

Die Anmeldefrist für Änderungswünsche endet nach Rauschs Angaben am kommenden Dienstag (2. September). "Wer sich bis dahin nicht gemeldet hat, kann frühestens zum 1. Oktober berücksichtigt werden", schreibt er.

Im Detail haben sich laut Rausch bislang mehr als 1000 Grundstückseigentümer für die neue 60-Liter-Restmülltonne und 600 für die ebenfalls neue 180er-Tonne entschieden. 3000 Haushalte hätten darum gebeten, die graue Tonne nicht mehr 14-tägig, sondern nur noch alle vier Wochen leeren zu lassen. 600 Eigner wollten hier vom wöchentlichen auf einen zweiwöchentlichen Rhythmus umstellen. Bei den Biotonnen gehe die Tendenz sehr deutlich zugunsten der 14-tägigen Entsorgung. Außerdem seien erheblich mehr Anträge auf Eigenkompostierung gestellt worden.

Welche Tonnengrößen für die einzelnen Grundstücke infrage kommen, ist insbesondere von der Zahl der gemeldeten Bewohner abhängig. Über Einzelheiten hat die Stadt vor Wochen in einem Faltblatt informiert, das die Haus- und Wohnungseigentümer erhalten haben. Dort sind auch Beispiele genannt, welche Alternativen es gibt. Persönliche Beratung erhält man am Info-Telefon unter 306-22 77 (montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 15 Uhr). Außerdem findet sich auf der Homepage der Stadt () ein "Gebührenrechner", der konkrete Vorschläge unterbreitet.

Die neue Abfallsatzung ist die Antwort auf einer Gebührenreform im Landkreis, der den Gießener Restmüll entsorgt. Seit Jahresbeginn rechnet er diese Leistung nach dem tatsächlichen Müllaufkommen ab, womit deutlich höhere Kosten für die Stadt verbunden sind. Mit ihrem neuen Gebührenmodell will diese nun Anreize setzen, dass die Bürger ihr Müllvolumen reduzieren - und damit auch den Haushalt der Kommune entlasten.

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