Auf der Brachfläche hinter der Pendleton-Siedlung wird illegal Müll entsorgt. FOTO: MÖ
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Auf der Brachfläche hinter der Pendleton-Siedlung wird illegal Müll entsorgt. FOTO: MÖ

Stadtentwicklung

Motorpool-Verkauf in Gießen liegt auf Eis

  • Burkhard Möller
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Der Verkauf des früheren Motorpool-Geländes der US-Armee in Gießen sollte eigentlich schon vollzogen sein, liegt aber auf Eis. Stattdessen dient die Brache nun als Müllablageplatz.

Gießen(mö). Eigentlich hätten um diese Zeit an der Lincolnstraße die Bagger rollen sollen. Stattdessen wird die Brachfläche des früheren Motorpool-Geländes der US-Armee als illegaler Müllablageplatz zweckentfremdet. Grund: Der Verkauf des 3,2 Hektar großen Investoren-Grundstücks, der vom Stadtparlament bereits im Mai abgesegnet worden war, hat sich zur Hängepartie entwickelt. "Der Kaufvertrag ist noch nicht geschlossen, das Gelände ist noch bei der Stadt", erklärte Magistratssprecherin Claudia Boje auf Anfrage. Bei der Stadt und dem Käufer bestehe "noch Klärungsbedarf".

Käufer sollen der Gießener Bauträger Depant und seine Frankfurter Partnerfirma Wilma sein, die in Gießen das Wohngebiet Q16 am Aulweg verwirklicht haben. Im Herbst wollte das Tandem eigentlich mit den Erschließungsarbeiten und dem Bau von rund 130 Wohnungen beginnen, der Vertriebsstart sollte im Januar sein. Die ersten Häuser sollen laut dem bisherigen Zeitplan zur Jahreswende 2022/23 bezugsfertig sein. 58 Millionen Euro wollen die Unternehmen, die sich in einem sogenannten Interessenbekundungsverfahrens gegen zehn Mitbieter durchgesetzt hatten, investieren. In den 58 Millionen Euro, die die beiden Unternehmen ausgeben wollen, wären die 8,4 Millionen Euro, die die Stadt als Grundstückspreis verlangt hat, bereits enthalten. Entstehen sollen acht Mehrfamilienhäuser und 66 Reihenhäuser bzw. Doppelhaushälften sowie drei weitere Wohn- und Geschäftshäuser, die eine von der Arbeiterwohlfahrt betriebene Kindertagesstätte, Arztpraxen und Büros beherbergen. Auch das Quartiersparkhaus bauen die Investoren.

Während sich im westlichen Bereich des künftigen Wohn- und Gewerbegebiets der Müll türmt, haben im östlichen Bereich hinter dem Lidl-Markt erste vorbereitende Arbeiten stattgefunden. Hier sind laut Boje die Stadtwerke tätig, die vorab Fernwärmeleitungen umlegen müssten. Das Tiefbauamt der Stadt werde mit den Erschließungsarbeiten, auch im Bereich Hannah-Arendt-Straße ab dem kommenden Frühjahr nachziehen.

Neben den Privatwohnungen sind auf der zwischen Lincolnstraße und Gießener Ring gelegenen Fläche gut 100 Sozialwohnungen vorgesehen, die die Wohnbau errichten soll. Eine weitere Fläche steht für Projekte des Gemeinschaftswohnens zur Verfügung, außerdem sind eine Energiezentrale, ein Park&Ride-Parkplatz für Berufspendler und kleinere Gewerbeansiedlungen Bestandteil des Gebiets Philosophenhöhe.

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