Mord zum Zugucken

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Kommissar Schack Becker traut seinen Augen kaum: Ist da nicht soeben ein goldener Ring durch das Tigergehege gepurzelt, in dem gerade die Raubkatzen gefüttert werden? Noch einmal starrt der Kommissar auf die wilden Tiere und sieht gerade noch, wie Ring und Fleisch mit einem Happs im Tigerschlund verschwinden. Auch die Zuschauer bei Spielwaren Fuhr reiben sich verdutzt die Augen. Denn bei der Lesung wird nicht nur gelesen, sondern auch gespielt. Während Peter Jackob die Geschichten um Schack Becker vorträgt, setzt Corina Ramona das Gehörte schauspielerisch um.

Kommissar Schack Becker traut seinen Augen kaum: Ist da nicht soeben ein goldener Ring durch das Tigergehege gepurzelt, in dem gerade die Raubkatzen gefüttert werden? Noch einmal starrt der Kommissar auf die wilden Tiere und sieht gerade noch, wie Ring und Fleisch mit einem Happs im Tigerschlund verschwinden. Auch die Zuschauer bei Spielwaren Fuhr reiben sich verdutzt die Augen. Denn bei der Lesung wird nicht nur gelesen, sondern auch gespielt. Während Peter Jackob die Geschichten um Schack Becker vorträgt, setzt Corina Ramona das Gehörte schauspielerisch um.

Halb Lesung, halb Theater

Seit einem Jahr touren der Mainzer Schriftsteller und die Tänzerin als eingespieltes Team. Beim Lesen hat Jackob seine Kollegin stets im Blick, um Pausen zu machen, falls sie mit dem Spiel nicht hinterherkommt. So stoppt der Vortrag beispielsweise, als der Kommissar mit seiner Enkelin ins Auto steigt – ein Vorgang, der zwar schnell gelesen, aber nicht ganz so schnell schauspielerisch dargestellt ist. Manchmal beschwert sich die Pantomime auch mit empörtem Blick beim Autor, als dieser Schack Becker gleich fünf Stockwerke auf einmal hinunterschickt. Doch Jackob grinst nur verschmitzt und lässt seinen Kommissar die Stufen hinab rennen.

Halb Lesung, halb Theater – der gespielte Krimi ist ein besonderes Vergnügen. Konservative Krimifans könnten allerdings bemängeln, dass die Geschichten zugunsten des Schauspiels in den Hintergrund treten. Alle Augen im Spielwarengeschäft folgen gebannt der pantomimischen Darstellung und staunen über Ramonas Mimik und Gestik, mit der sie keifende Metzgersfrauen ebenso heraufbeschwört wie quengelige Enkelkinder und reißende Tiger. Die Kurzkrimis kommen da fast ein bisschen zu kurz.

Dabei hat Jackob durchaus unterhaltsame Geschichten mitgebracht. Denn was der erstaunte Kommissar beim Zoobesuch beobachtet, sind tatsächlich die Überreste der Metzgersfrau, die gerade an die Tiger verfüttert werden. Nachweisen kann er das dem Metzger allerdings nicht mehr, denn der ist längst über alle Berge. In der nächsten Geschichte fällt ein Mann im Lokal tot um und klatscht kopfüber ins Rahmsüppchen. Hat der Koch Gift ins Essen gemischt? Zufällig ist Becker zugegen, löst den Fall im Handumdrehen. Der zweite Krimi lässt Ramona noch mehr Raum, um ihr darstellerisches Können zu demonstrieren. In einem Moment mimt sie noch ein Mainzer Urgestein, im nächsten eine Dame aus Hannover, der das leicht verlotterte Äußere des Kommissars zuwider ist. Das Publikum ist begeistert.

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