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Cathérine Miville Intendantin

Miville verteidigt eigenen »Bühnen-Lockdown«

  • Marc Schäfer
    vonMarc Schäfer
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Gießen (mac). Sinkende Inzidenzen und weitreichende Lockerungen sorgen dafür, dass die Theater in vielen hessischen Städten in diesen Tagen wieder auf die Bühnen zurückkehren und die Kulturinteressierten nach dem Lockdown zum Teil sogar mit Premieren erfreuen. Nicht so in Gießen. Stadttheater-Intendatin Cathérine Miville bleibt bei der Mitte Mai veröffentlichten Entscheidung, den Spielbetrieb vor der Sommerpause nicht mehr aufzunehmen.

Auf die Frage, warum es dem Stadttheater nicht gelingt, den Zuschauern jetzt Theater zu präsentieren, antwortete Miville, dass die Voraussetzungen, unter denen zurzeit Veranstaltungen indoor angeboten werden dürften, »in Abwägung aller Umstände gegen diesen Weg« sprechen würden. »Die damalige Entscheidung wurde, nachdem die Inzidenzzahlen rasant sanken, erneut und in Absprache mit den Gesellschafterinnen überdacht; sie hat sich jedoch in Beurteilung der Gesamtsituation als richtig erwiesen - auch unter Berücksichtigung von Notwendigkeiten die kommende Spielzeit betreffend«, sagt Miville. Um Aufführungen in entsprechender Qualität anbieten zu können, benötigten sowohl Neu-produktionen, die bis zu einer Endprobe gebracht wurden, als auch Wiederaufnahmen, die Wochen oder gar Monate lang gelegen hätten, erneut Bühnenproben, bevor sie im Vorstellungsbetrieb gezeigt werden könnten. »Dafür müssten jeweils auch Regie-Teams sowie Gäste im Darstellerbereich zur Verfügung stehen«, sagt Miville. Kritik an der Entscheidung, in dieser Spielzeit kein Theater mehr anzubieten, sei ihr nicht bekannt.

Auch regelmäßige Open-Air-Veranstaltungen, zum Beispiel im Theaterpark, schloss Mi- ville für das Stadttheater aus. »Das bietet sich klimatisch in Mittelhessen ohne Überdachung von Zuschauer- und Spielbereichen nicht an. Der Aufwand und das Ausfallrisiko sind besonders hoch.« Die Kapazitäten des Stadttheaters ließen es außerdem nicht zu, regelmäßig eine Parkbühne zu bespielen und gleichzeitig die notwendigen Arbeiten zur Vorbereitung der nächsten Spielzeit zu leisten. »In Abwägung aller Umstände sind die Entscheidungen daher zugunsten der Theaterzeit ab September gefällt worden - auch mit Blick darauf, dass bis dahin nur für sehr kleines Publikum gespielt werden dürfte.

Am Montag, 14. Juni, will das Stadttheater dennoch über aktuelle Aktivitäten und Themen informieren. Dabei dürfte es um die Tanzart und eine einmalige Open-Air-Veranstaltung am 27. Juni im Theaterpark gehen.

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