1. Gießener Allgemeine
  2. Gießen

Mittels QR-Code in die Antike

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Karola Schepp

Kommentare

ANtike_170522_4c
Auch diese Sirenenstatuette aus der JLU-Antikensammlung kann man mithilfe des QR-Codes via »Diagnoptico« fast schon spielerisch erkunden. © Karola Schepp

Gießen (gl). Digitale Interaktionstechnologien werden in der Wissensvermittlung immer wichtiger - auch im Museum. Sie erlauben es Nutzern, sich aktiv neue Kenntnisse anzueignen, also nicht nur Informationen passiv zu konsumieren.

An der Justus-Liebig-Universität haben Studierende der Klassischen Archäologie und anderer Fächer im Wintersemester 2021/22 im Rahmen des Projekts »Diagnoptico« und anhand ausgewählter Objekte der JLU-Antikensammlung interaktive Erlebnis-Szenarios geschaffen, die es Nutzern am PC oder auf einem mobilen Endgerät ermöglichen, sich ein ihnen unbekanntes Objekt selbst Schritt für Schritt zu erschließen. »Diagnoptico« trainiert mit Hilfe von interaktiven Lernspiel-Szenarios die archäologische Beschreibungs- und Analysekompetenz und ist dadurch zugleich ein wichtiges Element für das Studium der Bildwissenschaften.

Interaktives Erlebnisszenario

Wie das vor sich geht, konnten Besucher beim Internationalen Museumstag im Alten Schloss in der Ausstellung »Im Reich des Dionysos« der Antikensammlung selbst ausprobieren. PC und Tablet standen vor Ort bereit, Besucher konnten aber auch anhand von QR-Codes direkt neben den in den Vitrinen ausgestellten Original-Objekten, die auch für die virtuelle Ausstellung genutzt werden, selbst auf dem eigenen Smartphone aktiv werden. Studierende und Kustodin Dr. Michaela Stark leisteten Hilfestellung.

»Diagnoptico« adaptiert das Diagnosemodell des Kunsthistorikers Erwin Panofsky, in dem die optisch-visuellen Eigenschaften von Objekten mit Blick auf ihren Phänomensinn (Was ist dargestellt?), ihren Bedeutungssinn (Wie ist es dargestellt?) und schließlich ihren Dokumentsinn (Warum ist es dargestellt?) beschrieben und interpretiert werden. Das Beherrschen dieser Methodik ist eine zentrale Schlüsselqualifikation für Studierende der Kunstwissenschaften, lässt sich aber auch für Museums- und Schulbetrieb nutzen. Dazu verwendet »Diagnoptico« interaktive, didaktische Elemente wie Multiple-Choice-/Response-Fragen, Drag-and-Drop-Rätsel, Sortieraufgaben, Lückentexte oder Kreuzworträtsel.

Zusätzlich zur virtuellen Ausstellungseröffnung gab es am Museumstag in der Antikensammlung ein vielfältiges Angebot für Kinder und Familien. Sie konnten als Detektive einen Diebstahl in der Antikensammlung lösen, mysteriösen Gesang erkunden oder mythische Gestalten treffen.

Auch interessant

Kommentare