Nina mit Malagaeis aus dem Eiscafé San Marco. FOTO: CG
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Nina mit Malagaeis aus dem Eiscafé San Marco. FOTO: CG

Auf ein Eis mit… Nina

  • Christine Steines
    vonChristine Steines
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Manche Leute mühen sich ab, um am Tag auf 8000 oder 10 000 Schritte zu kommen. Dazu gehört Nina eindeutig nicht. Letztes Jahr ist sie ihren ersten Marathon gelaufen, erzählt sie so nebenbei, während sie Malagaeis und Snickers aus der Waffel leckt. 30 bis 40 Kilometer läuft die 49-Jährige derzeit pro Woche, aber auch das fast nebenbei, denn sie hat noch einige andere Dinge auf ihrer Tagesordnung. Kinder, Haus, Garten und Hund zum Beispiel - und den Job in Frankfurt. Eineinhalb Stunden ist die promovierte Agraringenieurin mit Bahn und Rad von Tür zu Tür unterwegs, macht also drei Stunden am Tag. "Das muss man sich ein bisschen schön reden", sagt Nina und lacht.

Das gelingt ihr aber ziemlich gut: Sie mag die kleine Truppe, die sich morgens mit dem "Rad unter dem Arm" im Zug trifft, sie mag die Radstrecke am Main entlang nach Niederrad, und vor allem freut sie sich bei der Rückkehr aus der Großstadt auf Gießen, wo alles ein paar Nummern kleiner und so schön vertraut ist. "Ich bin tatsächlich überzeugte Gießenerin", erzählt Nina.

Das lief bei ihr so wie bei vielen anderen: Sie kam zum Studium hierher, und nach dem üblichen anfänglichen Fremdeln wurde die Stadt ihr Zuhause. Eine maßgebliche Rolle spielte dabei die Liebe, denn sie lernte ihren Mann Bernhard kennen, der ebenfalls "nur" wegen des Studiums in Gießen gelandet war.

Heute leben die Janssens mit ihren beiden Kindern im Philosophenwald, die Familie genießt den fast familiären Charakter des Viertels. Es gibt viele ältere Bewohner in der Nachbarschaft, aber auch Familien und junge Leute. "Es ist ein sehr angenehmer Mix", sagt Nina. Und überhaupt: Ein Haus in dieser grünen Ecke der Stadt gefunden zu haben, sei ein Riesenglücksfall. Die Wege auf den Markt und in die Innenstadt sind kurz, der Stadtpark und die Wieseckaue liegen vor der Tür. Was will man mehr? Apropos kurze Wege: Die Familie besitzt ein Auto, doch benutzt wird es selten. Das meiste wird mit dem Rad erledigt - Motivation dazu sei weniger Sendungsbewusstsein denn Praktikabilität. "Es funktioniert bestens, man kann sich gut daran gewöhnen".

Ihre persönliche Ökobilanz hätte sich Nina in diesem Jahr dennoch verdorben, denn sie wollte zur Hochzeit einer sehr guten Freundin in die USA fliegen. Daraus wird nun nichts. "Schade, aber nicht zu ändern". Den Sommer kann Nina sehr gut auch zu Hause genießen. Im heimischen Garten oder bei Ausflügen in die Rhön oder den Vogelsberg.

Einer wird sich ganz sicher sehr darüber freuen, dass "seine" Menschen in diesem Jahr nicht die Koffer packen: Wie jeder anständige Hund ist Gordonsetter Quincy ein eher bodenständiger Typ. Er freut sich über Spaziergänge, verkriecht sich aber schleunigst, wenn Nina zum Lauftraining aufbricht.

Mit neun Jahren ist der Vierbeiner in den verdienten Vorruhestand getreten. Ein Malagaeis wäre ihm allemal lieber als ein Marathon - wenn ihn denn jemand vor die Wahl stellen würde. (cg)

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