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Eine Aktivistin sitzt stundenlang im Tripod (Mitte, oben). SEG

Mit 3000 Kuscheltieren gegen Tierversuche

  • VonSebastian Schmidt
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Gießen (seg). Rund 30 Tierschutzaktivisten haben am gestrigen Freitag den Aulweg auf Höhe des Campus Seltersberg für mehrere Stunden versperrt. Die Demonstranten kritisierten dabei Tierversuche an der Justus-Liebig-Universität (JLU). Anlass war der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche.

Ab 6 Uhr gab es kein Durchkommen mehr: Eine Demonstrantin hing in einem Tripod - ein dreibeiniges Metallgestell - in fünf Metern Höhe über dem Boden. Und an dem Tripod war ein Banner befestigt mit der Forderung: “Folterlabore der Uni Gießen schließen„. Weitere Demonstranten und rund 3000 Kuscheltiere besetzten derweil den Rest der Straße. Nur noch Busse durften passieren.

Neben der Straße blockierte eine Gruppe auch den Eingang zum Biomedizinischen Forschungszentrum: Eine Person kettete sich an das Uni-Gebäude, andere entrollten ein Banner vom Dach und entzündeten bengalische Fackeln. Die rund 3000 Kuscheltiere auf der Straße sollten laut einer Aktivistin beispielhaft für die Versuchstiere stehen. “Eigentlich wollten wir hier so viele Kuscheltiere hinlegen, wie an echten Tieren in Gießen Versuche gemacht werden. Aber das wären zu viele gewesen.„

Impfstoffe ohne Tierleid

Was die Demonstrantin besonders stört: “Die Uni Gießen hält an Tierversuchen fest, obwohl bekannt ist, dass man die Ergebnisse nicht auf Menschen übertragen kann.„ Die Demonstrantin kritisiert dabei sowohl die Verletzung der Tiere, als auch, dass Medikamente nicht weiter erforscht werden, weil sie im Tierversuch nicht funktionieren. “Das bedeutet nicht, dass sie im Menschen auch nicht funktionieren.„ Die Corona-Forschung habe gezeigt, dass es auch ohne Versuche an Tieren gehe. Da die Entwicklung schnell sein musste, seien in den USA Tierversuche übersprungen worden. Das habe die Impfstoffentwicklung beschleunigt und Tiere geschützt. Mit der Demonstration wollten die Tierschutzaktivisten laut der Demonstrantin die JLU “wachrütteln„.

Die Polizei begleitete den Protest. Nachdem Höheninterventionskräfte die Aktivistin aus dem Tripod holten, löste sich die Versammlung kurz vor 17 Uhr auf.

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