Missachten Busfahrer Ampel-Rot?

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Gießen (kw). "Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis Menschen zu Schaden kommen", mahnt Sven Germann. Mehrmals sei er beinahe überfahren wurden von Stadtbussen, obwohl die Fußgängerampel ihm das akustische Grün-Signal vermittelte. Das sagte der Bezirksvorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenbundes im Fahrgastbeirat. Von Stadt, Stadtwerken und der Polizei fühle er sich nicht ganz ernst genommen. Ob und warum tatsächlich Busfahrer häufig das Ampel-Rotlicht missachten, blieb unklar.

Gießen (kw). "Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis Menschen zu Schaden kommen", mahnt Sven Germann. Mehrmals sei er beinahe überfahren wurden von Stadtbussen, obwohl die Fußgängerampel ihm das akustische Grün-Signal vermittelte. Das sagte der Bezirksvorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenbundes im Fahrgastbeirat. Von Stadt, Stadtwerken und der Polizei fühle er sich nicht ganz ernst genommen. Ob und warum tatsächlich Busfahrer häufig das Ampel-Rotlicht missachten, blieb unklar.

Germann berichtete von "fünf Fällen innerhalb weniger Wochen". Zwei davon erlebte er Ende Juni. An der Haltestelle Liebigstraße in der Frankfurter Straße kurz vor der Alicenstraße sei er "aus einer Eingebung heraus" verzögert losgegangen und deshalb nicht überrollt worden. Auf der Robert-Sommer-Straße habe er sich mitten auf der Fahrbahn befunden, als ein Stadtbus querte.

Verärgert zeigte sich Germann über die SWG-Antwort auf seine Beschwerde. Ihm sei mitgeteilt worden, die Fahrer gälten als erfahren und zuverlässig. Er vermisse Konsequenzen. Schließlich seien solche Probleme seit mindestens einem Jahr bekannt, meinte Germann mit Verweis auf die Debatte zum Berliner Platz. Gefährdet seien alle Fußgänger, besonders Kinder oder Senioren.

Stadt recherchiert Grün-Zeiten

"Mit den Fahrern ist unmittelbar nach Eingang der E-Mail gesprochen worden", erläuterte Anne Müller-Kreutz von den Stadtwerken. Wo Fehlverhalten nachzuweisen sei, werde es geahndet. In Schulungen werde das Personal "sensibilisiert".

Beiratsmitglied Dr. Lothar Liebsch erntete Zustimmung mit seiner Aussage, das seien keine Ausnahmen. Er beobachte auch oft zu schnelle Stadtbusse, etwa in der Tempo-30-Zone an der Ludwig-Uhland-Schule.

Über mögliche Ursachen wurde spekuliert: Gibt es technische Fehler? Lässt die Verkehrsmoral allgemein nach? Würden Rotlicht-Blitzer helfen? Verletzen Busfahrer wegen Zeitdruck absichtlich Regeln? Keiner werde für Verspätungen bestraft, unterstrich Müller-Kreutz. Auf Bitten der Stadtwerke recherchiere die Stadt jetzt die Ampelschaltungen an den monierten Stellen. Möglicherweise seien auch hier – wie einst am Berliner Platz – die "Räumzeiten" zwischen Fahrzeug- und Fußgänger-Grün zu knapp.

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