Screenshot vom Video des Philharmonischen Orchesters auf der Homepage des Stadttheaters. FOTO: GL
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Screenshot vom Video des Philharmonischen Orchesters auf der Homepage des Stadttheaters. FOTO: GL

20 Minuten Stille als Protest

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Gießen(gl). Manchmal sagt Schweigen mehr aus als Worte. Nach diesem Motto ist zum November-Lockdown auch die Aktion #sangundklanglos angelaufen. Und auch die Musiker des Philharmonischen Orchesters am Stadttheater Gießen haben sich beteiligt. Sie haben in ihrem Probenraum in den Rivers eine Zusammenkunft der Musiker gedreht und den 20-minütigen Videofilm auf der Homepage des Stadttheaters hochgeladen. Das Besondere: Man hört nichts. Denn die Musiker, allesamt mit Mundschutz, sitzen zwar an ihren Notenpulten, aber sie lassen ihre Instrumente nicht erklingen. Einer nach dem anderen verlässt stumm den Saal.

Eine "richtig traurige Schweigeminute", wie es einer der Facebook-Kommentare auf den Punkt bringt. "Ganz schön still ohne Kunst und Kultur", kommentiert ein anderer die Aktion, die zeige, wie es sich anfühlt, "wenn die Musik zum Stillsein verdammt ist".

Große wie kleine Kultureinrichtungen mussten mit Beginn des Monats November wegen der Pandemie wieder schließen. Ob sie im Dezember tatsächlich wieder öffnen können, wird stark bezweifelt. Doch diesmal wollten bundesweit Musiker nicht einfach ins Netz abwandern und dort musizieren, sondern auf der Bühne verstummen und damit ein Zeichen setzen. Auch Musiker des Philharmonischen Orchesters des Stadttheaters haben sich an der Aktion unter dem Hashtag sangundklanglos beteiligt. Ins Leben gerufen hatte die Aktion "20 Minuten Stille" das Bündnis #AlarmstufeRot.

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