Minimalismus auch in der Ernährung

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Gießen(pm). Das Trendthema "Minimalismus" hat sich zu einer Lebensart etabliert. Konsumverzicht, reduziertes Wohnen, kein Auto - weniger soll glücklicher machen. Wie ein Weniger in der Ernährung einen Mehrwert haben kann, erklärt die Gießener Gastroenterologin Prof. Elke Roeb. Sie ruft gemeinsam mit der Deutschen Leberstiftung dazu auf, in der Fastenzeit bewusster und gesünder zu essen - für eine bessere Lebergesundheit.

In Deutschland ist jeder vierte Bundesbürger über 40 Jahre von Übergewicht und Fettleibigkeit betroffen; auch jedes dritte übergewichtige Kind leidet an dieser Krankheit - Tendenz steigend: Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2025 etwa 55 Millionen US-Amerikaner und Europäer an einer nicht alkoholischen Leberentzündung leiden. "In den meisten Fällen entsteht diese Fettleber als Folge des sogenannten metabolischen Syndroms", sagt Roeb, Leiterin des Schwerpunkts Gastroenterologie am Gießener Universitätsklinikum und Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Leberstiftung. "Dazu gehören Übergewicht, und hierbei ist speziell das Bauchfett ein besonderer Risikofaktor, ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel, erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck."

Steuer auf Zucker

Das Ungleichgewicht von Kalorien-Zufuhr und -Verbrauch erzeuge die vier gefäßschädigenden Risikofaktoren. "Wenn dem Körper ständig mehr Kalorien zugeführt werden, als er verbrennen kann, wird die überschüssige Energie in Form von Fett eingelagert", sagt Roeb, "nicht nur im Fettgewebe, sondern auch in der Leber."

Zahlreiche Studien würden eine Verbindung zwischen Ernährungsgewohnheiten sowie Übergewicht und dem Entstehen von Krankheiten bis hin zum Wachstum bestimmter Tumorarten aufzeigen. Dabei wären viele Probleme vermeidbar, wenn jeder Mensch mehr Verantwortung für seine Gesundheit übernehmen würde", sagt Roeb. Sie fordert aber auch gesundheitspolitische Maßnahmen, um dem Problem entgegenzutreten. So plädiert sie für ökonomische Anreize wie beispielsweise Steuern auf gesüßte Getränke und Zucker. Hilfreich wäre auch die Einführung eines verständlichen Kennzeichnungssystems von Lebensmitteln mit der Ampelskala Nutriscore um Menschen dabei zu unterstützen, bei der Ernährung mit weniger Zucker oder weniger Fett mehr für ihre Lebergesundheit zu tun.

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