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Bislang ist an Schulen und Kitas die »Fensterlüftung« das Mittel der Wahl.

1,4 Millionen Euro für Infektionsschutz

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Gießen (mö). Das normale Leben ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen in den letzten Wochen zurückgekehrt. Aber auch im vergangenen Sommer vermittelten die zurückgehenden Corona-Infektionen ein trügerisches Bild von der Pandemie. Neue Mutanten wie die Delta-Variante bereiten Virologen und der Politik Sorge, eine vierte Welle im Herbst wird nicht ausgeschlossen.

Insofern sind die 1,4 Millionen Euro, die die Stadt zum Infektionsschutz in den Gießener Schulen und Kindertagesstätten ausgeben will, eine Investition in die Aufrechterhaltung und mithin die Zukunft des Schul- und Kitabetriebs.

Wie aus mehreren Anträgen des Magistrats auf Bewilligung von überplanmäßigen Ausgaben für den Haushalt 2021 hervorgeht, hat das Land Hessen der Stadt aus dem Förderprogramm »Schutzmaßnahmen für Schulen und Kitas« im Dezember gut eine Million Euro ausgezahlt, die gemäß der Förderquote von 75 Prozent von der Stadt auf über 1,4 Millionen Euro aufgestockt werden. Geld, das ursprünglich aus einem Sondervermögen des Landes stammt und die Kommunen im eigenen Ermessen »breit gefächert« für Schutzmaßnahmen ausgeben können.

Für die Aufteilung in Kontigente hatte die Stadtkämmerei beim Hochbauamt, Schulverwaltungsamt, dem Jugendamt und dem Haupt- und Personalamt die Bedarfe abgefragt. Auch die freien Träger, die für die Stadt Gießen die meisten Kindergärten betreiben, sowie Schulen in privater Trägerschaft seien dabei berücksichtigt worden. Die größte Summe meldete das baulich auch für die Schulen und Kitas zuständige Hochbauamt an. Rund 725 000 Euro sollen für Maßnahmen wie den Einbau von raumlufttechnischen Anlagen, die Beschaffung von mobilen Luftreinigern sowie für lüftungsspezifische Reinigungsarbeiten durch Fremdfirmen ausgegeben werden.

Gut 330 000 Euro, die das Jugendamt anforderte, sollen den Kitas für Hygienemaßnahmen und Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt werden. Weitere knapp 230 000 Euro laufen über das Haupt- und Personalamt und sollen unter anderem für Gebäudereinigung ausgegeben werden. Nochmals 133 000 Euro wird das Schulverwaltungsamt verteilen. Bislang ist indes beim Präsenzunterricht die »Fensterlüftung« noch die gängige Methode, um eine möglichst virenfreie Raumluft zu haben.

Vor einigen Tagen hatte auch die Bundesregierung ein eigenes Investitionsprogramm für Schulen und Kitas gestartet, um den Einbau von Luftreinigungsanlagen zu ermöglichen. Einzelne Schulen oder Kindertagesstätten können sogar bis zu 500 000 Euro beantragen.

Geld beantragen können aber nur Einrichtungen für unter 12-Jährige. Das liegt daran, dass für ältere Kinder mittlerweile der Impfstoff Biontech/Pfizer zugelassen worden ist.

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